Machiya-Café

April 27, 2016

Von Iori Sho und Riho Kubota

Was ist ein Machiya?

In Kyoto gibt es alte Häuser, die “Machiya” heißen. Diese Häuser sind besonders berühmte Sehenswürdigkeiten in Kyoto. Interessant an den Häusern sind die schmalen Eingänge im Gegensatz zur Tiefe der Häuser. Wir bezeichnen sie deshalb als „Schlafzimmer für Aale“. Die Häuser grenzen nach vorne zur Straße und an der Seite direkt an das nächste Haus, damit man mit den Nachbarn sprechen kann. Ihre Geschichte ist alt; es gibt sie schon seit der Heianzeit (794-1185), aber viele Gebäude fielen 1864 einem Brand zum Opfer, der Bakumatsu no Kinmon no Hen genannt wird. Also wurden die Häuser, die man jetzt in Kyoto sehen kann, erst danach in der Taisho- bis Showazeit gebaut. Momentan beträgt die Zahl der Machiya-Häuser in Kyoto etwa 50.000. Aber in 10% davon wohnt niemand mehr. Außerdem sind 30 % der Machiya-Bewohner über 60 Jahre alt. Die Kosten für Reparaturen und das Instandhalten der Häuser sind hoch. Deshalb ist es problematisch, so ein Haus an die eigenen Kinder zu vererben. Noch dazu sind die Machiya bei Erdbeben und Feuer gefährdeter als moderne Häuser. Deswegen schrumpft die Zahl der Häuser um 2% pro Jahr. Also, was kann man machen, um die Probleme zu lösen?

Wissen Sie, was ein “Machiya-Café” ist?

In Kyoto gibt es viele alte Bürgerhäuser oder Machiya, die über 100 Jahre alt sind. Und einige Häuser oder Machiya sind als Cafés wieder aufgebaut worden. Diese Häuser nennt man “Machiya-Café”. In den Cafés kann man in angenehmer Atmosphäre Kuchen essen und Tee oder Kaffee trinken, als ob man dort selbst zu Hause wäre. Dort ist es sehr ruhig und entspannend. In vielen der Cafés gibt es alte japanische Möbel, die in der Vergangenheit tatsächlich benutzt wurden, und interessante Bücher oder Zeitschriften. Deshalb bleibt man oft lange Zeit im Café, ohne es zu merken. In Gokōmachi-Sanjō gibt es auch ein umgebautes Café, das jetzt 120 Jahre alt ist und eigentlich ein Hotel war. In dem Café gibt es altmodische Stühle und Tische. Im Erdgeschoss ist ein Café und im ersten Stock ist ein Hotel, deshalb kann man dort auch übernachten. Auf der Speisekarte sind viele Gerichte mit saisonalem Gemüse oder Fleisch, und man genießt das Essen. Das Machiya, das Kyotoer Gebäude aus alten Zeiten, wird immer noch als Café von vielen Leuten geliebt.   Wir haben einmal das Machiya-Café “Umezono CAFÉ & GALLERY“ besucht, das an der Takoyakushi-Straße ist. Das Innere des Cafés ist im westlichen Stil renoviert, aber teilweise ist auch noch der alte Stil der Machiya erhalten geblieben. Deshalb kann man dort eine schöne Mischung aus Japanischem und Westlichem erleben. Wir haben zwei Gerichte bestellt, einen Pfannkuchen, der nach Grüntee aus Uji (eine Stadt bei Kyoto) schmeckt, und Mitarashi-Knödel mit süßer Sojasoße. Beides war sehr lecker und wir waren damit ganz zufrieden. Ein Kellner hat gesagt, dass viele Gäste sich über den Garten freuen, der eine Besonderheit des Machiya-Cafés ist, und den es in normalen Cafés nicht gibt. Wer in einem historischen Gebäude in Kyoto japanisches Essen genießen möchte, dem sei ein Besuch im Machiya-Café wärmstens empfohlen.

IMG_1097  IMG_1020

※Wussten Sie das?

„町屋“ (machiya) bedeutet „Geschäft“, aber „町家“ (chouka) bedeutet „Haus“.

 

Verkehrsverbindung

Hankyu-Karasuma oder U-Bahn-Station Shijo

Wegbeschreibung

Vom Ausgang Nr. 22 nach links und geradeaus bis zur 2. Straße (Takoyakushi-dori), dort links und dann geradeaus bis zum Café. Es dauert ca.15 min zu Fuß.

cafe_map

Die vier Jahreszeiten

September 25, 2015

von Yuka Sakaguchi

Welche Jahreszeit haben Sie am liebsten? Ich liebe alle Jahreszeiten, aber den Frühling und den Herbst finde ich besonders schön. Es gibt auch in Japan alle vier Jahreszeiten, den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. In der Vergangenheit war Kyoto die Hauptstadt Japans. Daher gibt es in Kyoto viele Feste und Veranstaltungen. Die Leute erfreuen sich jedoch nicht nur an den Events, sondern auch an einer schönen Blume, der Herbstfärbung des Laubs oder der Landschaft eines Bergs.

[Der Frühling]

Hirano Schrein

Hirano Schrein

Die Kirschblüte ist berühmt im Frühling in Japan. Wir können die schönsten Kirschblüten im Nijo-Schloss, am Heian-Schrein, am Philosophenpfad und so weiter sehen. Doch die voll erblühte Kirsche verblüht auch schnell. Man kann sie nur für ca. 7 Tage sehen. Ich denke, dass die Leute, die gern die schönsten Kirschblüten sehen wollen, in der ersten Frühlingswoche nach Japan kommen sollten.

 

[Der Sommer]

Es gibt im Sommer zwei große Feste in Kyoto. Zum einen das Gion-Fest und zum anderen das Gosan-no-okuribi. Das Gion-Fest gibt es sei dem 9. Jahrhundert. Es ist eines der drei größten Feste in Japan. Es findet vom 1. Juli bis zum 31. Juli statt. Am 17. Juli findet es aber am meisten Beachtung. Viele große Festwagen, die Yamahoko werden in der Shijo- und Kawaramachi-Straße herumgetragen. Das andere Fest Gosan-no-okuribi findet in den Bergen rund um Kyoto am 16. August statt. Drei Schriftzeichen und zwei Bilder werden mit Feuer geschrieben. Sie sind sehr groß, sodass man sie vom Fluss oder von einem Hochhaus aus sehen kann.

[der Herbst]

Eikando

Eikando

Der Herbst in Kyoto ist sehr schön. Ich stelle Ihnen zwei Highlights vor. Am 22. Oktober gibt es ein Stadtfest namens Jidai-Matsuri. Vom Kaiserpalast bis zum shintoistischen Heian-Schrein läuft eine Parade mit 2.000 Personen in traditionell japanischen Kleidern. Man kann Gewänder aus ca. 1.000 Jahren sehen, und zwar nicht nur die Kleidung des Kaisers oder der Kaiserin, sondern auch die einfacher Bürger. Das andere Highlight ist die Herbstfärbung. Die beste Zeit, um sich die schöne Herbstfärbung in Kyoto anzusehen, ist die zweite bis dritte Woche im November. Es gibt drei Arten und Weisen, die Herbstfärbung zu genießen. Zunächst ist da der Wandel der Farbe. Der Wandel von Grün zu Rot und Gelb ist sehr hübsch. Die zweite Phase sind die Blätter in Rot. Das ist ganz fantastisch anzusehen. Die letzte Phase sind die zu Boden gefallenen Blätter. Das sieht wie ein Teppich aus und ist sehr schön. Man kann das Herbstlaub nicht nur an den bekannteren Tempeln wie dem Kiyomizu-Tempel und dem Heian-Schrein genießen, sondern auch am Shimogamo-Schrein, Eikando, Nanzen-Tempel und so weiter. Man braucht ca. 20 Minuten zu Fuß vom Heian-Schrein bis zum Eikando und Nanzen-Tempel. In der Nacht werden viele Tempel und Schreine erleuchtet, so etwa der Kiyomizu-Tempel, der Nanzen-Tempel, der Kitanotenmangu und viele andere Tempel und Shintoschreine.

Eikando

Eikando

[Der Winter]  Es fällt nicht so viel Schnee. Aber wenn der Schnee in der Nacht fällt, empfehle ich Ihnen am nächsten Tag zum Kinkakuji-Tempel zu zu gehen. Das ist sehr hübsch. Am 1. Januar gehen viele Leute zum Heian-Schrein. Einige Leute ziehen einen Kimono an. Man betet für ein neues Ziel im Leben, für allgemeines Glück, für das Bestehen eines Examens oder für eine leichte Geburt.

Das Lied der Straßen von Kyoto

February 3, 2015

Die Geschichte der Straßen von Kyoto

von Seiran Nagao

Die Straßen im Zentrum von Kyoto sind wie ein Schachbrett angeordnet. Fast alle Straßen verlaufen gerade vom Norden nach Süden oder vom Westen nach Osten. Im Jahr 794 wurde dort, wo die jetzige Stadt Kyoto steht, die Hauptstadt und Kaiserresidenz Heian-kyo errichtet. Heian-kyo war eine Nachahmung der Stadt Chang’an, einer alten Stadt in China, dem jetzigen Si’an. Daher ist die Form der beiden Städte ähnlich.
Die Breite der größten Straßen betrug etwa 50 Meter. Damals wurde die Stadt am nördlichen Ende begrenzt durch die „Ichijo Straße“, am südlichen Ende lag die „Kujo Straße“, am östlichen Ende war die „Higashikyogoku Straße“, und am westlichen Ende die „Nishikyogoku Straße“. Im Mittelalter wurden die Straßen dann langsam schmaler gebaut. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts baute Toyotomi Hideyoshi, der Minister war, neue Straßen. Vom Ende von Meiji-Zeit (1868-1912) bis Anfang der Taisho-Zeit (1912-1926) wurden die Straßen hauptsächlich vergrößert.

der Kleis von Heikankyo

der Kleis von Heikankyo

Das Lied der Straßen von Kyoto

Es gibt mehrere Lieder, um die Namen der Straßen in Kyoto auswendig zu lernen. Am bekanntesten ist das Lied „Marutakeebisu“. Namen der Straßen, die vom Norden nach Süden liegen, werden in dem Lied besungen. Das Lied der Straßennamen vom Osten nach Westen heißt „Teragoko“. „Marutakeebisu“ wurde von Mund zu Mund überliefert, aber „Teragoko“ wurde aufgrund geschichtlicher Informationen aus der Edo-Zeit (1603-1868) neu geschrieben. Im Text besungen werden auch nicht alle Straßennamen, sondern nur die wichtigsten.

Straßen in Kyoto

Straßen in Kyoto

 

Marutakeebisu (Das Lied der Straßen von Osten nach Westen)

Maru take ebisu ni oshi oike

(Marutamachi Takeyacho Ebisugawa Nijo Oshikōji Oike)

Ane san rokkaku tako nishiki

(Anekōji Sanjo Rokkaku Takoyakushi Nishiki)

Shi aya bu-ttaka matsu man gojo

(Shijo Ayanokōji Bukkōji Takatsuji Matsubara Manjuji Gojo)

Setta charachara uonotana

(Settayacho(*1) Kagiyacho(*2) Uonotana(*3))

Rokujo shiccho tōrisugi

(An der Rokujo und Shichijo vorübergehen)

Haccho koereba Tōjimichi

(Die Hachijo überqueren zur Tojimichi)

Kujo-Ōji de todome sasu

(An der Kujo Straße ist das Ende)

*1 Die Settayacho Straße ist die jetzige Yobai Straße

*2 „Chara Chara“ ist der Klang, mit dem Schlüssel klingeln.

*3 Die Uonotana Straße wurde eins mit der Rokujo Straße.

 

Teragoko (Das Lied der Straßen vom Norden nach Süden)

Tera goko huya tomi yanagi sakai

(Teramachi Gokōcho Huyacho Tominokōji Yanaginobanba Sakaimachi)

Taka ai higashi kurumayachō

(Takakura Ainomachi Higashinotōin Kurumayacho)

Karasu ryōgae muro koromo

(Karasuma Ryōgae Muromachi Koromodana)

Shinmachi kamanza nishi ogawa

(Shinmachi Kamanza Nishinotōin Ogawa)

Abura samegai de horikawa no mizu

(Aburakōji Samegai Wasser des Horikawa(*4))

Yoshiya ino kuro ōmiya e

(Yoshiyamachi Inokuma Kuromon und Omiya)

Matsu higurashi ni chiekōin

(Matsuyacho Higurashi Chiekōin)

Jōfuku senbon hateha nishijin

(Jōfukuji Senbon und dann Nishijin)

*4 Neben der Horikawa Straße liegt ein kleiner Fluss.

Noryodoko (Sommerterrassen am Fluss Kamogawa)

November 7, 2014

von Saya Ohnishi

Norzodoko In Kyoto ist es im Sommer sehr heiß und schwül. Um der Sommerhitze zu entfliehen, geht man an den Fluss und verbringt dort die Zeit bis zur Nacht. Der Kamo Fluss (Kamogawa) ist einer der bekanntesten Flüsse dafür. Hier kann man in Restaurants am Fluss essen und trinken. Manche Restaurants haben eine spezielle Terrasse, die „Noryodoko“ genannt wird. Diese Terrassen dienen der Abkühlung im Sommer. Es gibt sie auch an anderen Flüssen, z.B. in Kifune und Takao, aber nur die am Kamo Fluss heißen „Noryodoko“. Die Geschichte der Sommerterrassen beginnt etwa im 17. Jahrhundert. Zuerst wurden am Kamo Fluss Teeläden für Kabuki-Aufführungen gebaut. Reiche Händler errichteten im Sommer Sitzplätze am Fluss, um Gäste aus der Ferne zu empfangen. Anlässlich des Gion-Fests reinigte man tragbare Schreine („Mikoshi“) am Fluss, weshalb sich dort viele Leute versammelten. In den Teeläden wurden dann verschiedene Dinge an sie verkauft. Schon in der Mitte Edo-Zeit zählte man mehr als 400 solcher Teeläden. Ursprünglich gab es die Terrassen nicht nur am rechten Ufer des Flusses, sondern auch auf der Sandbank im Fluss und am linken Ufer des Flusses. Mittlerweile sind nur noch die Sommerterrassen am rechten Ufer übrig. Der Kamo Fluss überflutete seine Ufer sehr oft und wurde jedes Mal in seinem Lauf korrigiert. Infolgedessen änderte sich die Lage des Flusses und die zwei anderen Terrassen konnte man nicht mehr benutzen. Bis 1929 konnte man jederzeit einen schönen Abend am Fluss genießen, unabhängig von der Jahreszeit. Aber danach wurden die Terrassen nur noch während des Sommers errichtet. 1934 wurde Kyoto von einem großen Taifun heimgesucht und im darauffolgenden Jahr regnete es sehr stark. Die beiden Unglücke zerstörten die „Noryodoko.“ Im 2. Weltkrieg sah man keine Terrassen mehr. Nach dem Krieg belebten sich die Sommerterrassen wieder. Man erließ ein Gesetz, um den Standard der „Noryodoko“ zu erhalten. Gegenwärtig kontrolliert der „Verein zum Schutz der Kamogawa-Terrassen“ (Kyoto Kamogawa Noryodoko Kyodokumiai) die Errichtung von „Noryodoko“. Auf diese Weise überliefert man die traditionelle Kultur der Sommerterrassen. image (2) Mittlerweile kann man die „Noryodoko“ von Mai bis September benutzen. Nur im Mai und September sind die Terrassen auch am Mittag geöffnet. Der Bezirk, in dem man die „Noryodoko“ errichtete, besteht aus 4 Straßen (Kamikiya, Ponto, Saiseki und Shimokiya). Die Anzahl der Terrassen beträgt etwa 80. Heute sind die Sommerterrassen des Kamogawa eine ebenso bekannte Touristenattraktion wie das „Gion-Fest“.

Japanischer Reiswein (Sake) – Gekkeikan Okura Sake Museum

March 20, 2014

von Rina Watanabe

Haben Sie schon einmal Reiswein (Sake) probiert? Reiswein ist ein traditionelles, alkoholisches Getränk in Japan. In Kyoto gibt es etwa 80 verschiedene Hersteller. Hier möchte ich Ihnen diese Spezialität vorstellen, besonders die in Kyoto sehr berühmte Marke Gekkeikan.

Die Sake-Brauerei Gekkeikan wurde im Jahr 1637 von Jiemon Okura in Fushimi, Kyoto gegründet. Auf Deutsch bedeutet der Name „Lorbeerkranz“, also das Symbol für Sieg und Ehre, wie zum Beispiel bei der Olympiade. 1905 wurde Gekkeikan als Reisweinmarke zum eingetragenen Warenzeichen. Gekkeikan ist nicht nur eine Reisweinmarke, sondern auch eine Aktiengesellschaft. Ziel der Brauerei ist es, den besten Reiswein der Welt zu produzieren.

 

Die Gebäude der Gekkeikan-Brauerei haben ebenfalls etwas sehr Traditionelles und Japanisches. Sie wurden im Jahr 2008 vom Ministerium für Wirtschaft und Industrie als Kulturerbe der industriellen Modernisierung anerkannt und stehen unter Denkmalschutz. Das Museum „Gekkeikan Okura Kinenkan“ stellt die Geschichte des Reisweins vor und erklärt, wie man Reiswein brauen kann. Auch das zum Brauen nötige Handwerkszeug ist dort ausgestellt. Nach der Besichtigung kann man zwei Reisweinsorten und Pflaumenwein probieren. Wenn man einen Tag im Voraus im Gekkeikan Okura Kinenkan anruft und reserviert, kann man auch die kleine Sake-Brauerei Gekkeikan Sakekobo besichtigen. Dort produziert man 40 Hektoliter Reiswein pro Jahr.

 

Das Wasser für den Reiswein (Sakamizu) Sake besteht aus nur Wasser und Reis. Die Stadt Fushimi ist seit alten Zeiten reich an Wasser, das von auserlesener Qualität ist. Es gibt dort etwa 24 Brauereien.

 

 

 

 

Im Museum kann man auch Reiswein-Fässer (Sakadaru) sehen. Das feierliche Öffnen eines Fasses wird Kagamibiraki genannt und gehört eigentlich zur Zeremonie an Neujahr. Ab und zu wird diese Zeremonie auch abgehalten, wenn man einen Neubau errichtet oder eine Hochzeit feiert. Nach der Öffnung der Fässer trinkt man zusammen Reiswein. Kagami bedeutet Friede und Biraki bedeutet Ewigkeit. Natürlich kann man auch in einer japanischen Kneipe (Izakaya) oder im Restaurant Reiswein trinken, zum Beispiel Gekkeikan oder Umeshu -Pflaumenwein. In Japan trinken wir normalerweise warmen Reiswein (Kan) und nur wenig kalten Reiswein (Hiya). Doch Achtung: In Japan darf man erst ab 20 Jahren Alkohl trinken. Viel Spaß und Prost bei Ihrem Besuch in Kyoto!

Information

Gekkeikan Okura Sake Museum (月桂冠大倉記念館)

Adresse: Minamihama-cho 247, Fushimi-ku, Kyoto

Telefonnumer: +81-(0)75-623-2056

Öffnungszeit: 9:30~16:30

Geschlossen: Jahresanfang, Jahresende, Obon-Ferien (Mitte August)

Eintrittsgeld: Erwachsene 300 Yen inkl. Probierglas Reiswein (180ml)

Schüler (Mittel- und Oberstufe) 100 Yen inkl. Postkarte des Museums

Kinder und Grundschüler kostenlos

Verkehrsanbindung : 5-7 Minuten Fußweg von der Station Chushojima (Keihan Linie)

oder 10-15 Minuten Fußweg von der Station Momoyama Goryo-mae (Kintetsu Kyoto Linie).

URL: http://www.gekkeikan.co.jp/english/products/museum/index.html

Kabuki -Minamiza-

March 19, 2014

Kabuki  Minamiza

von Rina Watanabe

-Kabuki-

Kennen Sie das Kabuki? Es ist ein traditionelles japanisches Theater. Im Jahr 1603, also während der Edo-Zeit, wurde das Kabuki von einer Frau, Izumo-no-Okuni, in Kyoto uraufgeführt. Es verbreitete sich sehr schnell im ganzen Land. Doch im Jahr 1629 verbot die Regierung der Edo-Zeit den Frauen, Kabuki zu spielen. Seit dem Verbot des Frauen-Kabuki treten bis heute nur Männer im Kabuki auf. Sie tragen Kimonos und tanzen zu traditioneller japanischer Musik. Die Kunstform des Kabuki wurde 2005 in die UNESCO-Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen und im Jahr 2008 als Immaterielles Weltkulturerbe anerkannt. In Japan gibt es insgesamt vier Kabuki-Theater: das Minamiza in Kyoto, das Kabukiza und das Shinbashi-Enbujo in Tokyo und das Shochikuza in Osaka.

-Kyoto Shijo Minamiza-

Das Kyoto Shijo Minamiza ist das älteste Kabuki-Theater in Japan. Man nennt es Kyoto Shijo Minamiza, weil es an der Südseite der Shijo-Straße in Kyoto liegt. Auf dem Weg zum Kiyomizu-Tempel oder Yasaka-Schrein kann man es sehen. Normalerweise sagen wir nur „Minamiza”. Früher gab es insgesamt sieben Kabuki-Theater in Kyoto. Wegen wiederholter Brände und eines Neubaus in Osaka im Jahr 1923 haben die anderen sechs Kabuki-Theater jedoch geschlossen. Deshalb ist das Minamiza das einzige Kabuki-Theater, das seit der Edo-Zeit existiert.

Im Jahr 1929 wurde das Gebäude des Minamiza ausgebaut und am 25. November 1929 fand die Eröffnungsfeier des neuen Minamiza statt. Jetzt gibt es dort 1078 Sitzplätze. Heutzutage finden dort nicht nur Kabuki-Aufführungen statt, sondern auch Theateraufführungen und Konzerte japanischer Volksmusik (enka). Hier gibt es japanische Tradition für alle Sinne. Viel Spaß in Kyoto!

-Information-

Adresse:

Ostseite der Shijō-ōhashi-Brücke, Higashiyama-ku, Kyoto City

Verkehrsanbindung:

3 Minuten Fußweg von der Station Kawaramachi (Hankyu Linie)

1 Minute Fußweg von der Station Gionshijo Ausgang Nummer 6 (Keihan Linie)

Foto: Shochiku (2013)

Internet Adresse: http://www.shochiku.com/

Gespensterlutscher aus Kyoto

September 19, 2013

Gespensterlutscher aus Kyoto

von Seiran Nagao

Einer alten Legende zufolge starb im Jahre 1599 in der Nähe des Kiyomizu-Tempels eine Schwangere, die in Toribeyama begraben wurde. In der Folgezeit tauchte in einem Bonbongeschäft in Toribeyama jede Nacht eine Frau auf, um Bonbons zu kaufen. Als der Geschäftsinhaber des Ladens ihr eines Abends folgte, verschwand die Frau in dem Friedhof in Toribeyama und unter einem Grab hervor hörte er das Schreien eines Babys. Es war das Grab der Schwangeren. Der Geschäftsinhaber hob das Grab aus und entdeckte ein schreiendes Baby mit einem Lutscher im Mund. Nachdem der Mann das Baby aus dem Grab befreit hatte, kam die Frau nicht mehr zum Bonbongeschäft. Offenbar war es der Geist der Mutter gewesen, der Bonbons für das Baby eingekauft hatte. Die Bonbons des Ladens wurden als „Gespensterbonbons“ bekannt.

Gespensterbonbons

Gespensterbonbons

Gespensterbonbons

Die damaligen Bonbons waren aus einer Zuckermasse hergestellt, die nach Art eines Lutschers um ein Stäbchen gewickelt verkauft wurde. Heute werden die Gespensterbonbons aus Malzzucker und Süßstoff gemacht. Sie sind von zarter Bernsteinfarbe und schmecken nicht zu süß. Große Packung: 500 Yen Kleine Packung: 300 Yen

 

 

Die Legende der Gespensterbonbons als Vorlage für einen Comic

Der von Mizuki Shigeru gezeichnete Comic „Gegege no Kitaro“, der in Japan sehr bekannt ist, entstand nach der Legende des Bonbonladens. Hakaba Kitarō, der Held des Comics, wird aus dem toten Leib seiner Mutter geboren, nachdem diese begraben wurde. Sein Familienname Hakaba bedeutet „Friedhof“.

 

Der Bonbonladen (Minatoya Yūrei Kosodate Ame Hompo)

Bonbonladen

Bonbonladen

 

im Laden

im Laden

 

Adresse:
Rokurocho 80-1
Higashiyama-ku Kyoto

 

Wegbeschreibung:
Man steigt am Hauptbahnhof (Kyoto-eki) in die Buslinie 206 oder 100 und fährt in Fahrtrichtung Hyakumanben bis zur Haltestelle „Kiyomizumichi“.

Öffnungszeiten:
10:00-16:00

Ruhetag:
Montag

 

Die Kormoranfischerei

September 19, 2012

Land und Leute im Sommer

Von Eriko Nishi und Tomomi Fukuizumi

Arashiyama
Foto von Arashiyama bei Nacht

Arashiyama bei Nacht

 

Arashiyama ist ein beliebtes Ausflugsziel in Kyoto, das von der Innenstadt aus gut zu erreichen ist. In Arashiyama gibt es viele seltene Verkehrsmittel, z.B. die Nostalgiezüge, Rikschas und überdachte Boote. Bekannt als Touristenattraktion ist auch die Kormoranfischerei. Daher wollen wir einen näheren Blick auf die Kormoranfischerei und die überdachten Boote werfen.

Die Kormoranfischerei
Foto Kormoranfischer (Ukai) bei der Arbeit

Kormoranfischer (Ukai) bei der Arbeit

Als „Ukai“ bezeichnet man eine Art Fischfang mit Kormoranen. Mit dieser Fischfangmethode fängt man Forellen, Karpfen usw. Die Kormorane schlucken den ganzen Fisch herunter. Danach speien sie den Fisch aus.  Die Kormoranfischerei wird haupsächlich in China und Japan ausgeübt. Die „Ukai“-Geschichte von Arashiyama ist über tausend Jahre alt. Die Fische, die Kormorane auf diese Weise fangen, sind sehr frisch. Daher waren die Fische schon immer sehr kostbar. Aber die Kormoranfischerei verminderte sich mit der Zeit. Heutzutage gibt es nur noch wenige Kormoranfischer. Jetzt ist „Ukai“ eher eine bedeutende Touristenattraktion in Arashiyama.

In Arashiyama kann man die Kormoranfischerei im Sommer beobachten. Man muss sich dafür nicht anmelden.

Termine: 1.Juli – 31. August  19.00 – 21.00 Uhr / 1.September – 15. September  18.30 – 20.30 Uhr

Hier ist das Video! Viel Spaß beim Ansehen!

Unsere Eindrücke

Nachdem man am Arashiyama-Bahnhof ausgestiegen ist, geht man am Fluss entlang in Richtung der Togetsu-Brücke. Wenn man nach dem Überqueren der Brücke linker Hand weitergeht, kommt schon der Bootssteg in Sicht. Hier ist der beste Platz zum Beobachten der Kormoranfischerei, ohne dass man selbst ein Boot besteigen muss.

Zeichnung Karte von Arashiyama mit Wegbeschreibung

Karte von Arashiyama mit Wegbeschreibung

 

Nicht nur die Landschaft kann man von hier aus ganz toll sehen, sondern man hat auch einen guten Blick auf die Kormoranfischerei. Auβerdem kann man schöne Fotos machen. Am späten Abend, gegen 20 Uhr, ist die Szenerie ebenfalls sehr schön, aber im Dunkeln ist es schwer, Fotos zu machen. Es empfiehlt sich daher, am frühen Abend (gegen 18 – 19 Uhr) dorthin zu gehen.

 

Die überdachten Boote von Arashiyama (Yakatabune)
Foto der Yakatabune: überdachte Boote in Arashiyama

Yakatabune: überdachte Boote

Die überdachten Boote von Arashiyama sind die einzigen ihrer Art in Kyoto. Sie entstanden als luxuriöser Zeitvertreib der reichen Leute oder Feudalherrn der Edo-Zeit (1603-1868). Man wetteiferte darum, wessen Boot die prächtigere Ausstattung oder das prächtigere Dach hatte. So wurden die Boote mit der Zeit immer größer. Dadurch nahm auch die Zahl der Fahrgäste zu. Mittlerweile können in einem Boot etwa 100 Gäste sitzen. Während man den Fluss hinabfährt, kann man die Landschaft genießen, Karaoke singen oder eine Bootsparty veranstalten.

Es gibt auch noch andere Schiffe, mit denen man den Fluss hinabfahren kann. Eine Reservierung ist nicht nötig.

Rundfahrtschiffe

Die Rundfahrtschiffe fahren Touristen innerhalb von 30 Minuten über den Fluss. Nur wenn starker Andrang herrscht, kann man die Schiffe zu jeder Zeit nutzen. Kosten: Erwachsene 1.100 Yen  Schüler (4-12 Jahre alt) 550 Yen

 ・Fähre

Die Fährschiffe fahren über den Oberlauf des Flusses. Das ist praktisch, um es mit einem Spaziergang in Arashiyama zu kombinieren.Kosten: Erwachsene 400 Yen  Schüler 200 Yen. Die Schiffe verkehren von Anfang April bis Ende Mai, bzw. von Anfang Oktober bis Ende November.

・Bootsverleih

Mit Booten vom Bootsverleih kann man selbst den Fluss hinabfahren. In ein Boot passen bis zu drei Personen.  Kosten: 60 Minuten 1.400 Yen. Öffnungszeiten: 9.00 – 16.30 (im Winter nur bis 15.30)

Die Landschaft, die sich je nach Jahreszeit verändert, kann man in Arashiyama besonders gut genießen. Sie wird Ihnen eine wunderbare Erinnerung an Ihre Reise nach Japan sein.

 

Die Hanamikôji-Straße

February 1, 2011

von  Chihiro Kato und Enami Sekiya
Die Hanamikôji-Straße liegt südlich von Gion, einem Stadtviertel von Kyôto, in dessen Zentrum der Yasaka-Schrein liegt.
In Gion gibt es ein Kabuki-Theater namens „Minamiza“ und berühmte Cafés wie das „Tsujiri“ oder „Gion-Koishi“.
Auch das „Gion-Fest“ im Juli ist sehr beliebt. Man kann in Gion traditionelle Kyôtoer Küche essen und das Yûzen-Stofffärben ausprobieren.

Die Hanamikoji Straße

Die Hanamikoji Straße

Die Hanamikôji-Straße verläuft zwischen der Sanjô-Straße und dem Kenninji-Tempel und ist etwa 1.4 km lang.

Es ist eine Straße mit ganz typischem Kyôtoer Flair. Der Teil der Straße, der nördlich von der Shijô-Straße liegt, besitzt eine andere Atmosphäre als der südliche Teil. Im Norden gibt es viele Gebäude, zum Beispiel Pubs, Bars und Bürogebäude.
Im Süden gibt es Teehäuser und Restaurants. Hier kann man alte Häuserreihen sehen, obwohl die Geschichte der Straße nicht so weit in die Vergangenheit zurückreicht.

Es ist sehr entspannend, die Hanamikôji-Straße zu Fuß entlang zu laufen. Des Öfteren trifft man dabei auf „Maikos“, also Kabuki-Schauspielerinnen, die sich noch in der Ausbildung befinden. Nicht jeder kann eine Maiko werden, sondern nur Mädchen unter 20 Jahren. Mittags kann man auch Maikos sehen, jedoch sind viele dieser Maikos keine wirklichen Geisha-Schülerinnen, sondern nur junge Mädchen im Maiko-Kostüm, welche den Besuch in Gion für Schüler aus anderen Teilen Japans, die nach Kyôto auf Klassenfahrt kommen, zu einem Erlebnis machen sollen. Wenn man echte Maikos sehen möchte, sollte man am Abend in die Hanamikôji-Straße kommen.
Das „Naruya“ ist ein berühmtes Teehaus. Hier kann man „Warabimochi“ essen, eine japanische Süßigkeit, die aus Wasser, Zucker und japanischem Mochi-Reiskuchen besteht. „Warabimochi“ verderben schnell, und der Geschmack verliert sich bald nach der Zubereitung. Deshalb ist es am besten, frische Warabimochi sofort gekühlt zu verzehren. Man isst sie mit „Kuromitsu-Sirup“ oder bestreut mit „Kinako“, einem gezuckerten Pulver aus Sojabohnen. Bei Japanern ist diese Süßigkeit sehr beliebt.

Kyôto bei Nacht: Der Shôgunzuka

by Chihiro Kato

Der Shogunzuka

Der Shogunzuka

Im Westen von Kyôto, hinter dem Chioin-Tempel, liegt eine große Tempelanlage namens Shôrenin Dainichidô. Eine Anhöhe im Garten des Tempels ist als Shôgunzuka („Feldherrenhügel“) bekannt.
Der Name rührt davon her, dass Kaiser Kammu zu Ehren eines berühmten Shôguns eine Figur anfertigen und sie im Westen der Stadt Heian-kyô (heutiges Kyôto) begraben ließ, als er 784 die Hauptstadt Japans von Nara dorthin verlegte.

Das Fukutoku Tor

Das Fukutoku Tor

 

Die Tempelhalle Dainichido

Die Tempelhalle Dainichido

Der Landschaftsgarten Karesansui

Der Landschaftsgarten Karesansui

Blick auf Kyoto bei Nacht

Blick auf Kyoto bei Nacht

Man betritt das Tempelgelände durch das Fukutoku-Tor.
Der Eingang zum Garten befindet sich neben der Tempelhalle Dainichidô.
Der Garten umfasst ein 10.000 Quadratmeter großes Grundstück, das in Form von Parks gut erhalten ist.
Man merkt dort oben kaum, dass man sich auf einem Berg befindet, und zwar in Höhe von 215 Metern.

Der Garten ist besonders berühmt für seine schönen Pfirsich-, Kirsch-, und Ahornbäume.
In seiner Mitte befindet sich der von Kinsaku Nakae erbaute japanische Landschaftsgarten „Karesansui“. Neben dem „Karesansui“ gibt es eine große Kiefer namens Taishômatsu.
Das Besondere an dieser Kiefer ist, dass ihre Nadeln nicht wie normalerweise in Zweierbündeln an den Zweigen wachsen, sondern in Dreierbündeln. Viele Leuten glauben daher, dass dieser Baum ihnen drei Wünsche erfüllt.

Der Shôrenin-Shôgunzuka ist ein berühmter Ort für nächtliche Rendezvous in Kyôto.
An Wochenenden und auch unter der Woche besuchen viele Paare und Touristen die zwei großen Aussichtsplattformen im Norden und Westen des Tempels, um die einzigartige Aussicht über das nächtliche Kyôto zu genießen.
Die westliche Plattform liegt noch 10 Meter höher, sodass man von dort aus auf die gesamte Innenstadt herabblicken kann.
Die nördliche Plattform liegt im äußersten Norden des Tempels.
Von dort aus kann man die Bergkette zwischen Shôgunzuka, dem Berg Hieizan und dem Berg Higashiyama überblicken .
Von beiden Plattformen (besonders von der westlichen Plattform) aus hat man einen Panoramablick über die Stadt Kyôto und den Kyôto Tower.
Das Betreten der Tempelanlage kostet 500 Yen Eintritt.

Für die Anfahrt eignet sich am besten ein Taxi, weil der Ort nicht mit öffentlichen
Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Es gibt kostenlose Parkplätze, Toiletten und Getränkeautomaten.