Instandhaltung der traditionellen Häuser in Kyoto

September 14, 2019

                                                                                                   Von Yoshimasa Mima

2018 besuchten über 50 Million Touristen Kyoto. Jetzt werden viele Hotels gebaut. Auch viele historisch wichtige Privathäuser (Machiya) werden umgebaut.

Von der Kommission für Fragen hinsichtlich traditioneller Häuser wurden fünf Erhaltungszonen für solche Häuser und 410 einzelne Objekte ausgewählt, aber das „Sugimoto-Haus“ war nicht darunter.

Das Sugimoto Haus (5 Geh-Minuten bis zur Kreuzung Shijo-Horikawa)

1743 gründet die Familie Sugimoto eine Kimono-Handlung namens Naraya im Kyotoer Stadtteil Karasuma Shijo-sagaru. Sie kauften Kimonos in Kyoto ein und verkauften sie im Kanto-Gebiet, besonders in den Präfekturen Ibaragi und Chiba.

Die Fassade ist 50 Meter breit und die Tiefe beträgt 70 Meter. Es gibt einen Laden, eine Wohnung, drei Lagerhäuser und drei Gärten.

1764 zog die Familie ins Yada-Viertel im Stadteil Shimogyo-ku. Nach einem Großbrand in der Genji Ära wurde das Geschäft neu aufgebaut. 1992 wurde eine Stiftung gegründet, die „Naraya Memorial Sugimoto Residence Preservation Society“. Jeden Monat gibt es wechselnde Ausstellungen und kommentierte Besichtigungen.

Jährlicher Veranstaltungskalender

1. Frühling

    a) 3. April in Kyoto (normalerweise 3. März): Das Puppenfest für Mädchen

    b) 5. Mai: Das Jungenfest

2. Sommer

     a) 1. Juni Wohnungsumräumung wegen der sommerlichen Hitze

               (Türen und Schiebetüren werden umgeräumt)

    b) 4. – 16. Juli. Gion Fest (Yasaka Schrein) 17. Juli. Yamahoko Junko

3. Herbst

    a) Wohnungsumräumungen wegen des kalten Winters

4. Winter

    a) 31. Dezember Silvesterfest

    b) 1. Januar Neujahrsfest

Jährlicher Veranstaltungskalender auf der Sugimoto Residence Webseite

Webseite Rathaus Kyoto (Stadt Kyoto)

Yamahoko Junko

google.map

Creative Studio & Shop OOO

Creative Studio & Shop OOO

von Yuma Kishimoto,  Masaharu Ishikawa und Yamato Okamoto

Kennen Sie ein geheimnisvolles Gebäude, das in Kyoto als „Haus mit Gesicht“ bekannt ist und sich in der Nähe vom Schloss Nijo befindet? Wie der Name schon sagt, sieht dieses interessante Bauwerk wie ein Gesicht aus. Zwei runde Augen sind die Fenster, die Balkone sind Ohren und die schöne Nase ist eine Lüftung. Im September 2015 ist ein Laden namens „Creative Studio & Shop OOO” in diesem Gebäude eröffnet worden. Auf der linken Seite des Eingangs gibt es einen Laden und auf der rechten Seite einen Workshop.

Laden

Im Laden gibt es nicht nur Ware, die der Besitzer in Übersee bestellt hat, sondern auch Artikel, die im Workshop hergestellt wurden. Es gibt viele Waren, die der Besitzer aus England, Frankreich, Amerika und so weiter importiert hat. Wenn jemand aus dem Ausland das Haus mit Gesicht besucht, spricht der Besitzer mit ihm über die Produkte, die aus dem Heimatland desjenigen kommen. Es gibt dort weder Produkte aus Kyoto noch ein japanisches Ambiente. Es wird offenbar, dass dies wohl die eigene starke Neigung des Besitzers ist.

Workshop

Im Workshop kann man selbst Sonnenschirme, Lampenschirme, Hocker, Stoff oder Garn herstellen, aber man braucht dafür eine Reservierung. Die Reservierung kann man auf der Webseite erledigen. Es gibt unter den Teilnehmern im Workshop meistens Eltern mit kleinen Kindern. Sogar die Kinder produzieren leichte Dinge, zum Beispiel einen kleinen Stuhl oder einen Lampenschirm. Der Besitzer bereitet das Material für die Stühle und Lampenschirme vor, und die Workshopteilnehmer kleben die Stoffe an. Man braucht etwa 1 – 2 Stunden dafür. Die Preise sind je nach Größe des Produkts unterschiedlich.

        

Sonnenschirm ab 4600 Yen

Lampenschirm ab 2600 Yen

Hocker ab 3500 Yen

Stoff 2600 Yen

Garn 1600 Yen

 

Adresse: 740-1 Tatedaionji-cho, Nakagyo-ku, 604-0012 Kyoto.

https://goo.gl/maps/EECDaeoms7w

Öffnungszeiten: Laden von 11 bis 18 Uhr

Studio von 10 bis 19 Uhr

Ruhetag: Mittwoch (manchmal vorübergehend geschlossen)

Telefonnummer: 075-203-9259

E-Mail: info@creativeooo.com

Website: http://creativeooo.com/

Traveling Coffee

Traveling Coffee – Café in einer japanischen Schule

Reini Doi und Seiji Kotoku

Es ist sicher unbestritten, dass die Deutschen sehr gern Kaffee trinken. Man kann sagen, dass das Kaffeetrinken eine Form der Kommunikation ist. Wer gern mal einen Kaffee in einem besonders schönen Ambiente trinken möchte, dem sei das Traveling Coffee empfohlen, das sich in einer stillgelegten Schule befindet. Dort kann man einen Kaffee in der ehemaligen Schulbücherei trinken, doch das ist nicht das Einzige.

 

Nachdem die Schule stillgelegt wurde, fanden im ehemaligen Schulgebäude verschiedene Events und Kinovorführungen statt. Dort begann 2015 das Traveling Coffee mit der Einrichtung eines Cafés im ehemaligen Lehrerzimmer, doch das gibt es seit 2018 nicht mehr. Jetzt befindet sich das Café in der ehemaligen Schulbücherei. Man kann dort verschiedene Kaffeesorten, Café Latte oder auch Alkohol bestellen. Außerdem findet sich auf der Getränkekarte auch traditioneller japanischer Sake aus Kyoto. Natürlich gibt es auch Snacks und weitere aktuelle Angebote.

 

Wenn man in Kyoto Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel den berühmten Fushimi-Schrein besichtigt, liegt auf dem Rückweg nach Kawaramachi ein Besuch in diesem Café nahe, das sich in der Nähe des Yasaka-Schreins befindet. Das Café ist sehr zu empfehlen, um zwischendurch eine Pause einzulegen. Man kann das Traveling Coffee von der Station Kawaramachi Shijo aus in ungefähr 5 Minuten zu Fuß erreichen.

 

Adresse: 310-2 Bizenjimacho, Nakagyo-ku, Kyoto 604-8023

Telefonnummer: 080-3853-2068

Öffnungszeiten: täglich 11- 20 Uhr

https://www.google.de/amp/s/andcoffee.net/shop/traveling-coffee-kyoto/%3famp

Igel Café

von  Karen Imura, Motoki Ueno und Miu Okazaki

Ladenschild mit Igel

Waren Sie schon mal in einem Tier-Café? Vielleicht gehen Sie gern ins Katzencafé oder ins Hundecafé. Dort kann man mit kleinen Tieren spielen, zum Beispiel beim Tee trinken. Wenn man kein eigenes Haustier halten kann, dann geht man mit Freunden oder der Familie ins Tier-Cafe. Der Besuch kostet 1200 Yen für 60 Minuten. In Kyoto gibt es sogar ein Igel-Café.

Igel-Cafés gibt es nur in Japan. Sie sind beliebt, weil man dort neue Erfahrungen sammeln kann.

 

Wegbeschreibung

 

Das Igel-Café Tom’s Mr Hedgie ist ein wunderbarer Ort für Tierfreunde. Es ist das einzige Igel-Café in Kyoto und befindet sich in der Nähe des berühmten Kiyomizu Tempels und des Yasaka Schreins. Der Besuch kostet 700 Yen für 20 Minuten , 1.400 Yen für 40 Minuten und 2.100 Yen für 60 Minuten.

 

 

 

Der Igel

 

Im Igelcafé gibt es viele Igel in etwa 10 verschiedenen Farben. Sie sind manchmal ruhig und manchmal lebendig. Grundsätzlich schlafen sie am Morgen und Mittag, weil sie nachtaktive Tiere sind. Man kann die Igel mit Regenwürmern füttern. Wenn man sich vor den Stacheln fürchtet oder eine Tierallergie hat, kann man Handschuhe anziehen. Man muss auch ein bisschen aufpassen, dass die Igel den Finger nicht mit Futter verwechseln, denn ihr Sehvermögen ist schlecht.

 

 

Es gibt im Igelcafé weibliche Mitarbeiter zwischen 20 und 25 Jahren und einige können Fremdsprachen sprechen. Auch für ausländische Gäste ist ein Besuch unproblematisch, weil es auf Englisch eine Erklärung gibt, wie man die Igel behandeln soll. Der Laden ist klein und hat eine heimelige Atmosphäre. Viele Kunden sind Studenten, viele davon kommen mit Freunden. Einige kommen auch, um Igel zu kaufen. In letzter Zeit sind viele Kunden Ausländer, die auch allein kommen.

Das Igel-Cafe ist immer voll, besonders am Wochenende zwischen 13 und 17 Uhr. Es ist besser, vor dem Besuch dort zu reservieren.

http://tomsmrhedgie.com/#zone1

 

 

Issen Youshoku

Das Okonomiyaki-Restaurant „Issen Yôshoku“

von Karen Imura, Miu Okazaki und Motoki Ueno

Mögen Sie Okonomiyaki? Okonomiyaki und Takoyaki sind Spezialitäten aus der Kansai-Region. Okonomiyaki ist eine Art deftiger japanischer Pfannkuchen. Die Zutaten sind Eier, Kohl und anderes Gemüse. Häufig benutzt man auch noch Soßen, um dem Ganzen extra Geschmack zu geben.
In Kyoto gibt es ein Okonomiyaki-Restaurant namens Issen Yôshoku, das eine besondere Abwandlung des gleichnamigen Gerichts anbietet. Der Laden wurde 1971 aufgemacht. Er ist vor zwanzig Jahren nach Gion umzogen.

In der japanischen Taishô-Zeit (1912-1926) haben die Frauen aus der Nachbarschaft Issen Yôshoku an die Kinder aus der Umgebung verkauft. Das war sehr billig.

 

Issen Yôshoku enthält Weizenmehl, Eier und Garnelen, deshalb müssen Allergiker ein bisschen aufpassen. Auf jedem Tisch stehen süße und scharfe Soßen, mit denen man den Geschmack variieren kann. Das Issen Yôshoku verkauft pro Tag ungefähr 1000 Portionen des besonderen Gerichts für je 700 Yen.

 

 

 

 

Auf der Speisekarte des Ladens steht nur ein einziges Gericht. Am Wochenende sind dort viele Japaner und viele Ausländer an Wochentagen. Aber in letzter Zeit kommen an allen Tagen viele Ausländer. Weil die Speisekarte in diesem Restaurant sowohl auf Japanisch als auch auf Englisch ist, können sie auch ausländische Touristen leicht verstehen.

 

Das Geschäft strahlt eine fröhliche Atmosphäre aus, weil vor dem Laden eine im japanischen Stil gekleidete Schaufensterpuppe sitzt und die Wände mit Ema-Wunschtafeln mit lustigen japanischen Gemälden darauf geschmückt sind. Diese speziell japanische Dekoration ist für Ausländer sehr attraktiv. Das Gericht Issen Yôshoku ist etwas anderes als Takoyaki und Okonomiyaki. Es ist eine der seltenen Spezialitäten, die nur in Kyoto gegessen werden können. Bitte probieren Sie es mal, wenn Sie nach Kyoto kommen.

Das Restaurant Issen Yôshoku befindet sich in der Nähe der Station Kawaramachi und ist einzigartig in Kyoto. In der Umgebung des Restaurants gibt es viele Tempel und Schreine.

Webseite: www.issen-yosyoku.co.jp

Telefonnummer: 075-533-0001

Öffnungszeiten: Am Wochenende 10:30~22:00, an Wochentagen 11:00~3:00

 

 

Candy Show Time

Mao Okada, Naomi Shirai

Ein außergewöhnlicher Bonbon-Laden

Kennen Sie „Kintarô-Bonbons“? Das sind Stücke aus einer länglichen Bonbonrolle, die überall das gleiche Bild zeigt, egal wo man sie durchschneidet. Kintarô ist der Name einer Figur aus einem japanischen Märchen. Der förmliche Name ist kumiame  (Knetbonbon). Das ist ein Verfahren zur Herstellung von Bonbons.

 

das Schild

Das Schild des Bonbon-Ladens

In letzter Zeit gibt es Bonbonrollen mit Kirschmuster und anderen Bildern, mit Comicfiguren oder Schriftzeichen. Aber alle werden Kintarô-Bonbons genannt, auch wenn sie nicht die Kintarô-Figur zeigen.

Bevor die Bonbonmasse in die Länge gezogen wird, hat sie einen Durchmesser von 35 cm, eine Länge von 70 cm und ein Gewicht von 40 – 50 Kilo. Das ergibt bei einem Produkt von ca. 2 cm Durchmesser eine Länge von etwa 250 Metern und etwa 7000 Bonbons.

Zur Herstellung wird Sirup mit Zucker in einen Kessel gegeben, verrührt und eingedickt. Dann kühlt man die heiße Bonbonmasse auf 60 Grad ab und knetet sie mit der Maschine. Man färbt die Masse ein und teilt sie in die verschiedenen Teile des Gesichts auf. Man legt die Teile aufeinander und macht daraus das Gesicht. Die Reihenfolge ist Kinn, Mund, Backen, Hände, Augen, Augenbrauen und Stirn.

das Verfahren 1

Schritt 1 der Herstellung

 

das Verfahren 2

Schritt 2

das Verfahren 3

Schritt 3

das Verfahren 4

Schritt 4

das Verfahren 5

Schritt 5

das Verfahren 6

Schritt 6

 

das Verfahren 7

Fertige Bonbons

Im Candy Show Time kann man aus nächster Nähe besichtigen, wie Zuckerbäcker die Bonbons herstellen. Man kann auch frisch produzierte Bonbons gleich probieren. Außerdem gibt es gibt dort Ohrringe, Schlüsselanhänger und Haarspangen zu kaufen, die wie Bonbons aussehen. Sie kosten etwa 1000 – 2000 Yen. Im oberen Stockwerk befindet sich ein Café, in dem man Kaffee trinken und Süßigkeiten essen kann.

Der Schmuck aussieht wie den Bonbon.

Bonbon-Schmuck

 

Öffnungszeiten : 10:00-20:00 Uhr

1F Candy Show Time 075-532-2055

2F Candy Show Time Café 075-532-2066

 

Adresse : 573-5 Minamigawa, Gion-cho, Higashiyama-ku, Kyoto 605-0074

Anfahrt : ① 30 Minuten mit der Buslinie 17 vom JR-Bahnhof Kyoto bis Shijo-Kawaramachi

② 10 Minuten Fußweg  von der Haltestelle Shijo-Kawaramachi

 

URL : http://candy-showtime.com/

 

Eingelegtes Gemüse von Nishiri

von Karen Arimoto und Moe Murakami

 

Wussten Sie, dass Kyoto nicht nur für Matcha (grünen Tee) bekannt ist, sondern auch für eingelegtes Gemüse? Das „Nishiri” ist ein Spezialgeschäft, das verschiedene Sorten von eingelegtem Gemüse verkauft. Natürlich ist das eingelegte Gemüse, das man dafür benutzt, Gemüse aus Kyoto.

die Eingang von Nishiri

Seit das Geschäft 1940 gegründet wurde, hat es verschiedene Preise erhalten.
Das „Nishiri“ hat außerdem viele Zweiggeschäfte, nicht nur in Gion, Kiyomizu und Arashiyama, also an Orten, die von vielen Touristen besucht werden, sondern auch in der B-Ebene am Bahnhof Kyoto. Deshalb kann man das Geschäft einfach erreichen. Zudem unterscheiden sich die verschiedenen Geschäfte in ihrem Angebot und ihrer Ladenatmosphäre. Es macht Spaß, das Geschäft zu suchen, das dem eigenen Geschmack am meisten entspricht. In dem Geschäft in Gion kann man im 1. Stock Speisen mit eingelegtem Gemüse bestellen. Und im 2. und 3. Stock kann man viele Fotos, Bilder und Keramik bewundern.

Speisekarte von der Restaurant

Das Nishiri hat eine sehr lange Tradition und hat viele verschiedene Produkte entwickelt, zum Beispiel „Senmaizuke“, das man eigentlich im tiefen Winter isst.

Aber das Nishiri verkauft sein „Senmaizuke“ auf dem Höhepunkt des Gion-Fests, das im Juli stattfindet, wenn es in Kyoto von Touristen wimmelt. Das zeigt den großen Fleiß des Geschäftes bei der Produktentwicklung. Auch für den Verzehr macht das Nishiri neue Vorschläge. Zum Beispiel, in dem es zu dem seit vergangenen Zeiten beliebten Reis mit eingelegtem Gemüse auch Wein anbietet, kombiniert es japanische und europäische Küchentraditionen.

Interessant ist auch, dass passend zu jeder Jahreszeit andere Gemüsesorten angeboten werden. Zum Beispiel gibt es zwischen Mai und September Auberginen, Tomaten, Gurken und Zwiebeln als eingelegtes Gemüse. Das vermittelt beim Essen ein schönes Gefühl für die Jahreszeiten. Da es außerdem noch sehr gesund für den Körper ist, mögen es viele Japaner.
Wollen Sie nicht auch durch den Genuss von eingelegtem Gemüse gesund wie ein Japaner werden?

 

verschiedene eingelegtes Gemüsealles eingelegtes GemüseGemüse für die Sommer

Wegbeschreibung zum „Nishiri“
Von der Station Kawaramachi der Hankyu-Linie braucht man zum „Nishiri“ nur 6 Minuten zu Fuß in Richtung Osten zu gehen.

Öffnungszeiten
Von 10 Uhr bis 21 Uhr geöffnet (kein Ruhetag)

 

 

Machiya-Café

Von Iori Sho und Riho Kubota

Was ist ein Machiya?

In Kyoto gibt es alte Häuser, die “Machiya” heißen. Diese Häuser sind besonders berühmte Sehenswürdigkeiten in Kyoto. Interessant an den Häusern sind die schmalen Eingänge im Gegensatz zur Tiefe der Häuser. Wir bezeichnen sie deshalb als „Schlafzimmer für Aale“. Die Häuser grenzen nach vorne zur Straße und an der Seite direkt an das nächste Haus, damit man mit den Nachbarn sprechen kann. Ihre Geschichte ist alt; es gibt sie schon seit der Heianzeit (794-1185), aber viele Gebäude fielen 1864 einem Brand zum Opfer, der Bakumatsu no Kinmon no Hen genannt wird. Also wurden die Häuser, die man jetzt in Kyoto sehen kann, erst danach in der Taisho- bis Showazeit gebaut. Momentan beträgt die Zahl der Machiya-Häuser in Kyoto etwa 50.000. Aber in 10% davon wohnt niemand mehr. Außerdem sind 30 % der Machiya-Bewohner über 60 Jahre alt. Die Kosten für Reparaturen und das Instandhalten der Häuser sind hoch. Deshalb ist es problematisch, so ein Haus an die eigenen Kinder zu vererben. Noch dazu sind die Machiya bei Erdbeben und Feuer gefährdeter als moderne Häuser. Deswegen schrumpft die Zahl der Häuser um 2% pro Jahr. Also, was kann man machen, um die Probleme zu lösen?

Wissen Sie, was ein “Machiya-Café” ist?

In Kyoto gibt es viele alte Bürgerhäuser oder Machiya, die über 100 Jahre alt sind. Und einige Häuser oder Machiya sind als Cafés wieder aufgebaut worden. Diese Häuser nennt man “Machiya-Café”. In den Cafés kann man in angenehmer Atmosphäre Kuchen essen und Tee oder Kaffee trinken, als ob man dort selbst zu Hause wäre. Dort ist es sehr ruhig und entspannend. In vielen der Cafés gibt es alte japanische Möbel, die in der Vergangenheit tatsächlich benutzt wurden, und interessante Bücher oder Zeitschriften. Deshalb bleibt man oft lange Zeit im Café, ohne es zu merken. In Gokōmachi-Sanjō gibt es auch ein umgebautes Café, das jetzt 120 Jahre alt ist und eigentlich ein Hotel war. In dem Café gibt es altmodische Stühle und Tische. Im Erdgeschoss ist ein Café und im ersten Stock ist ein Hotel, deshalb kann man dort auch übernachten. Auf der Speisekarte sind viele Gerichte mit saisonalem Gemüse oder Fleisch, und man genießt das Essen. Das Machiya, das Kyotoer Gebäude aus alten Zeiten, wird immer noch als Café von vielen Leuten geliebt.   Wir haben einmal das Machiya-Café “Umezono CAFÉ & GALLERY“ besucht, das an der Takoyakushi-Straße ist. Das Innere des Cafés ist im westlichen Stil renoviert, aber teilweise ist auch noch der alte Stil der Machiya erhalten geblieben. Deshalb kann man dort eine schöne Mischung aus Japanischem und Westlichem erleben. Wir haben zwei Gerichte bestellt, einen Pfannkuchen, der nach Grüntee aus Uji (eine Stadt bei Kyoto) schmeckt, und Mitarashi-Knödel mit süßer Sojasoße. Beides war sehr lecker und wir waren damit ganz zufrieden. Ein Kellner hat gesagt, dass viele Gäste sich über den Garten freuen, der eine Besonderheit des Machiya-Cafés ist, und den es in normalen Cafés nicht gibt. Wer in einem historischen Gebäude in Kyoto japanisches Essen genießen möchte, dem sei ein Besuch im Machiya-Café wärmstens empfohlen.

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※Wussten Sie das?

„町屋“ (machiya) bedeutet „Geschäft“, aber „町家“ (chouka) bedeutet „Haus“.

 

Verkehrsverbindung

Hankyu-Karasuma oder U-Bahn-Station Shijo

Wegbeschreibung

Vom Ausgang Nr. 22 nach links und geradeaus bis zur 2. Straße (Takoyakushi-dori), dort links und dann geradeaus bis zum Café. Es dauert ca.15 min zu Fuß.

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Das Lied der Straßen von Kyoto

Die Geschichte der Straßen von Kyoto

von Seiran Nagao

Die Straßen im Zentrum von Kyoto sind wie ein Schachbrett angeordnet. Fast alle Straßen verlaufen gerade vom Norden nach Süden oder vom Westen nach Osten. Im Jahr 794 wurde dort, wo die jetzige Stadt Kyoto steht, die Hauptstadt und Kaiserresidenz Heian-kyo errichtet. Heian-kyo war eine Nachahmung der Stadt Chang’an, einer alten Stadt in China, dem jetzigen Si’an. Daher ist die Form der beiden Städte ähnlich.
Die Breite der größten Straßen betrug etwa 50 Meter. Damals wurde die Stadt am nördlichen Ende begrenzt durch die „Ichijo Straße“, am südlichen Ende lag die „Kujo Straße“, am östlichen Ende war die „Higashikyogoku Straße“, und am westlichen Ende die „Nishikyogoku Straße“. Im Mittelalter wurden die Straßen dann langsam schmaler gebaut. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts baute Toyotomi Hideyoshi, der Minister war, neue Straßen. Vom Ende von Meiji-Zeit (1868-1912) bis Anfang der Taisho-Zeit (1912-1926) wurden die Straßen hauptsächlich vergrößert.

der Kleis von Heikankyo

der Kleis von Heikankyo

Das Lied der Straßen von Kyoto

Es gibt mehrere Lieder, um die Namen der Straßen in Kyoto auswendig zu lernen. Am bekanntesten ist das Lied „Marutakeebisu“. Namen der Straßen, die vom Norden nach Süden liegen, werden in dem Lied besungen. Das Lied der Straßennamen vom Osten nach Westen heißt „Teragoko“. „Marutakeebisu“ wurde von Mund zu Mund überliefert, aber „Teragoko“ wurde aufgrund geschichtlicher Informationen aus der Edo-Zeit (1603-1868) neu geschrieben. Im Text besungen werden auch nicht alle Straßennamen, sondern nur die wichtigsten.

Straßen in Kyoto

Straßen in Kyoto

 

Marutakeebisu (Das Lied der Straßen von Osten nach Westen)

Maru take ebisu ni oshi oike

(Marutamachi Takeyacho Ebisugawa Nijo Oshikōji Oike)

Ane san rokkaku tako nishiki

(Anekōji Sanjo Rokkaku Takoyakushi Nishiki)

Shi aya bu-ttaka matsu man gojo

(Shijo Ayanokōji Bukkōji Takatsuji Matsubara Manjuji Gojo)

Setta charachara uonotana

(Settayacho(*1) Kagiyacho(*2) Uonotana(*3))

Rokujo shiccho tōrisugi

(An der Rokujo und Shichijo vorübergehen)

Haccho koereba Tōjimichi

(Die Hachijo überqueren zur Tojimichi)

Kujo-Ōji de todome sasu

(An der Kujo Straße ist das Ende)

*1 Die Settayacho Straße ist die jetzige Yobai Straße

*2 „Chara Chara“ ist der Klang, mit dem Schlüssel klingeln.

*3 Die Uonotana Straße wurde eins mit der Rokujo Straße.

 

Teragoko (Das Lied der Straßen vom Norden nach Süden)

Tera goko huya tomi yanagi sakai

(Teramachi Gokōcho Huyacho Tominokōji Yanaginobanba Sakaimachi)

Taka ai higashi kurumayachō

(Takakura Ainomachi Higashinotōin Kurumayacho)

Karasu ryōgae muro koromo

(Karasuma Ryōgae Muromachi Koromodana)

Shinmachi kamanza nishi ogawa

(Shinmachi Kamanza Nishinotōin Ogawa)

Abura samegai de horikawa no mizu

(Aburakōji Samegai Wasser des Horikawa(*4))

Yoshiya ino kuro ōmiya e

(Yoshiyamachi Inokuma Kuromon und Omiya)

Matsu higurashi ni chiekōin

(Matsuyacho Higurashi Chiekōin)

Jōfuku senbon hateha nishijin

(Jōfukuji Senbon und dann Nishijin)

*4 Neben der Horikawa Straße liegt ein kleiner Fluss.

Das Gion-Fest (von Satomi Nitta)

Geschichte

 

Traditionelle Laternen mit Wappen

Ein Treffen von Geistern, auf dem während der Heian-Zeit für die Beseitigung von Katastrophen wie der Pest gebetet wurde, war der Anfang des Gion-Festes.

In Heian-Kyo, der Hauptstadt der Heian-Zeit, dem heutigen Kyoto, war die Pest oft verbreitet.

Es war so schlimm, dass die Tatsache, dass Leichen die Strömung des Kamoflusses gestoppt haben, schriftlich festgehalten worden war.

Die Menschen waren voller Angst vor Pest und Fluch.

 

Über das Fest

 

Die Pracht des Gion-Festes und seine lange Tradition sind auf der Welt einzigartig.

Das Gion-Fest hat eine Tradition von mehr als 1.100 Jahren.

Das Fest ist am 30. September 2009 zum UNESCO immateriellen Kulturerbe ernannt worden.

Es ist das Fest des Yasaka-Schreins.

Beim Gion-Fest wird eine Vielzahl von Ritualen innerhalb eines Monats durchgeführt.

Die Termine der Veranstaltungen sind fest und von den Wochentagen nicht abhängig.

(Außer einiger Veranstaltungen in Shi-jō.)

Also möchte ich nun einige der Aktivitäten des Gion Festes vorstellen.

 Göttersänfte in der Nacht

Mikoshi (Göttersänfte) -Arai

Die Shijō Brücke

Die Mikoshi-Arai werden am 10. Juli und 28. Juli durchgeführt.

Dies ist eine Zeremonie, bei der die Mikoshi zur Shijō Brücke getragen werden,um die Veranstaltung mit Wasser des Kamogawas zu reinigen.

 

 An den Festtagen vom 14. Juli bis zum 16.  Juli

Göttersänften mit Laternen

An den Festtagen vom 14. Juli bis zum 16. Juli kommen die meisten Besucher auf das Gionfest.

Am 15. und 16. werden dem Yasaka-Schrein verschiedene traditionelle Künste gewidmet.

Als Besucher können Sie kostenlos gleichzeitig traditionelle japanische Künste wie z. B. Tanz, Teezeremonie oder traditionelle japanische Musikinstrumente erleben.

Am Abend strömen mehr als 200.000 Besucher auf das Fest.

Ab 18:00 Uhr wird die Shijō-Kawaramachi-Straße zur Fußgängerzone.

Mit dem Erklingen der traditionellen Musik erreicht das Fest seinen Höhepunkt und dementsprechend füllen sich die Straßen.

Kinder aus jedem Stadtviertelverein helfen bei dem Fest und tragen dabei eine Yukata (einen Sommerkimono) in den traditionellen Vereinsmustern.

Die jungen Frauen genießen bewusst die Mode. Wenn sie die Yukata tragen, stylen sie ihre Frisur und tragen passende Accessoires.

In den letzten Jahren gibt es auch junge Männer, die während des Festes die Yukata tragen. Heutzutage ist das eine Festattraktion geworden, die Leute in verschiedenen Yukatas anzuschauen.

Kommen Sie unbedingt einmal zum Gionfest nach Kyoto und tragen Sie dabei eine Yukata. Das wird ein unvergessliches Erlebnis für Sie.