Die „Nostalgiezüge“ von Kyôto

April 26, 2009

by Ogino Maki
Die historisch hergerichteten Züge (jap. torokko-ressha) fahren auf der Strecke Saga-Arashiyama-Kameoka.
Für ihre 7,3 Kilometer lange Fahrt brauchen sie 25 Minuten, in denen sie 8 Tunnel passieren. Der längste Tunnel ist der „Asahi-Tunnel“ mit 499,1 Metern Länge.
Wer mit einem der Züge fährt, kann eine herrliche Aussicht genießen. Und sooft die Bahn aus einem Tunnel herauskommt, kann man sich wieder auf eine neue Aussicht freuen.

Die historische Strecke

Früher sind die Bahnen von vielen Leuten als Verkehrsmittel genützt worden.
Aber bei Gegenverkehr war die Strecke zu schmal, weil die Bergbahnen sich an der Bergschlucht entlang schlängeln mussten.
Also wechselte man zu der neuen Strecke Saga-Arashiyama-Umahori westlich von Kyôto und legte die alte Strecke still.
Aber dann bemerkte man, dass die ältere Linie eine schönere Aussicht bot, und benutzte fortan die ältere Linie für den Fremdenverkehr als Touristenattraktion.

Die Zugstrecke im Wandel der Jahreszeiten

Im Frühling blühen in Japan viele Kirschbäume, so auch die „Japanische Bergkirsche“, und danach wächst langsam frisches Grün. An warmen Frühlingstagen ist die Fahrt mit den kleinen Zügen sehr angenehm.
Im Sommer sorgen der Fahrtwind und das Geriesel des nahen Flusses für Abkühlung.
Im ersten Wagen, der keine Fenster hat, kann man den Wind auf der Haut spüren.
Im Herbst färben sich die Blätter. Die bunten Blätter und die weite Aussicht sind sehr eindrucksvoll. Am Abend ist die Landschaft durch Scheinwerfer erleuchtet. Das sieht wunderschön aus.
Im Winter, wenn der Schnee die Berge weiß färbt, sind die Fahrgäste in den Abteilen sehr ergriffen. Wer will, kann bei kurzen Fahrtunterbrechungen aussteigen und sich in Ruhe die Schneelandschaft ansehen.

Aufregende Fahrt

Von einem Fotografen, der im Zug mitfährt, kann man sich fotografieren lassen. Auch ein Fremdenführer ist an Bord und erfreut die Fahrgäste mit seinen humorvollen Erklärungen. Er gibt einem Tipps für die schönsten Fotomotive.
Manchmal erscheint in den Abteilen sogar ein „Teufel“, also ein Mann mit Teufelsmaske, der sich mit den Fahrgästen fotografieren lässt.
Man kann von der Bahn aus die Boote sehen, die den Hozugawa-Fluss hinunterfahren. Die 16 Kilometer lange Fahrt von Kameoka bis Saga nennt man auf Japanisch Hozugawakudari. Sie wird jedes Jahr von etwa 30.000 Zuschauern gespannt verfolgt. Auch Wildwasserfahrer kann man dort sehen. Mir kam es vor, als sei ich in einem Film. Die aufregende Fahrt mit dem Nostalgiezug wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Sie kostet übrigens nur 600 Yen. Für den Preis darf man sich dieses besondere Erlebnis nicht entgehen lassen.

Unterwegs halten die Züge an den Bahnhöfen Kameoka, Hozukyô, Arashiyama und Saga. Sie brauchen 20 Minuten vom JR-Bahnhof Kyôto bis zum JR-Bahnhof Saga-Arashiyama, und 30 Minuten vom JR-Bahnhof Kyôto bis zum JR-Bahnhof Umahori.
Die Züge fahren einmal in der Stunde. Die Station in Kameoka liegt zu Fuß nur 5 Minuten vom JR-Bahnhof Umahori entfernt. Die Station in Arashiyama liegt in unmittelbarer Nähe des JR-Bahnhofs Saga-Arashiyama.

 

Verkehr: 1. März bis 29. Dezember (außer mittwochs)
Fahrtkosten: Erwachsene 600 Yen, Kinder 300 Yen

Leave A Comment...

*