Imobô – eine traditionelle Spezialität aus Kyoto

November 10, 2014

 

von Saya Ohnishi

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Imobô ist ein traditionelles Gericht aus Kyoto. Es ist die Spezialität des Restaurants „Hiranoya“. Imobô gibt es schon seit der Edo-Zeit. Man sagt, dass der Gründer des Restaurants verschiedene Gemüse pflanzte. Eines Tages wurde ihm eine chinesische Kartoffel gebracht. Er pflanzte sie ein und die Kartoffel wuchs krumm wie eine Languste. Die Ursache dafür, dass die Kartoffel krumm wurde, erklärte man mit dem Einfluss der Erdbeschaffenheit von Kyoto.

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Für die Zubereitung von Imobo braucht man zwei Zutaten namens Ebiimo und Bôdara.

Ebiimo ist eine traditionelle Gemüsesorte aus Kyoto, eine Art Taro-Kartoffel, faustgroß und dunkelbraun, die klebrig wird, wenn man sie kocht. Da sie krumm wie eine Languste (Ebi) aussieht, heißt sie Ebiimo. Bôdara (engl: Bacalhau) ist getrockneter Schellfisch. In Kyoto konnte man früher keine frischen Fische bekommen. Daherließ man getrocknete Fische von den Städten am Meer nach Kyoto bringen. Seither aß man die getrockneten Fische. Bôdara ist eine typische Zutat aus dieser Zeit.

Für die Zubereitung braucht man viel Zeit. Der getrocknete Fisch ist zu hart, um ihn kauen zu können. Es dauert etwa eine Woche, bis er weich genug wird. Wenn der Bôdara weich ist, wird er mit geschälter Ebiimo-Kartoffel zusammen einen ganzen Tag lang gekocht.

Beim Kochen „helfen“ Ebiimo und Bôdara einander: Die Pflanzenlauge der Kartoffel macht den harten Fisch weich. Und mit Hilfe des Fischleims kann man die Kartoffel kochen, ohne sie zu zerkochen. Diese Kunst wurde als geheimes Rezept vom Vater an den Sohn weitergegeben. „Jetzt kann man Imobô zu Hause kochen, besonders im Winter. Normalerweise kocht man beide Zutaten zuerst getrennt und dann werden am Schluss die gekochten Zutaten zusammen gekocht“, meint die Wirtin. Dabei sei Ebiimo ein bisschen zerkocht und Bôdara bleibe noch hart.

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Laut der Wirtin fiel das Rezept für die Imobô dem Gründer des Restaurants durch Zufall ein. Sie berichtete, dass der Gründer ein Mann mit neuen Ideen war. Er versuchte immer wieder, verschiedene Zutaten zu kombinieren. Früher habe man selten die Geschenke anderer Regionen zum Kochen gebraucht. Dennoch habe der Gründer beide Zutaten zusammen gekocht. So entstand das neue Gericht, das auch schon dem Kaiserhof zum Geschenk gemacht wurde. Manche Schriftsteller, darunter Nobelpreisträger Yasunari Kawabata, liebten dieses Gericht.

Heute besuchen viele Ausländer das Restaurant. Sowohl aus Europa als auch aus Asien kommen die Gäste. Wie schmeckt ihnen Imobô? „Vor einigen Jahren gab es manche Ausländer, die nicht aufaßen“, sagt die Wirtin. „Jetzt aber bleibt nichts nach dem Essen übrig.“ Imobô scheint den Menschen aller Nationen gut zu schmecken.

Das Gericht repräsentiert Kyoto und dessen Geschichte. Daher wollte ich Imobô untersuchen und hier vorstellen.

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