Machiya-Café

April 27, 2016

Von Iori Sho und Riho Kubota

Was ist ein Machiya?

In Kyoto gibt es alte Häuser, die “Machiya” heißen. Diese Häuser sind besonders berühmte Sehenswürdigkeiten in Kyoto. Interessant an den Häusern sind die schmalen Eingänge im Gegensatz zur Tiefe der Häuser. Wir bezeichnen sie deshalb als „Schlafzimmer für Aale“. Die Häuser grenzen nach vorne zur Straße und an der Seite direkt an das nächste Haus, damit man mit den Nachbarn sprechen kann. Ihre Geschichte ist alt; es gibt sie schon seit der Heianzeit (794-1185), aber viele Gebäude fielen 1864 einem Brand zum Opfer, der Bakumatsu no Kinmon no Hen genannt wird. Also wurden die Häuser, die man jetzt in Kyoto sehen kann, erst danach in der Taisho- bis Showazeit gebaut. Momentan beträgt die Zahl der Machiya-Häuser in Kyoto etwa 50.000. Aber in 10% davon wohnt niemand mehr. Außerdem sind 30 % der Machiya-Bewohner über 60 Jahre alt. Die Kosten für Reparaturen und das Instandhalten der Häuser sind hoch. Deshalb ist es problematisch, so ein Haus an die eigenen Kinder zu vererben. Noch dazu sind die Machiya bei Erdbeben und Feuer gefährdeter als moderne Häuser. Deswegen schrumpft die Zahl der Häuser um 2% pro Jahr. Also, was kann man machen, um die Probleme zu lösen?

Wissen Sie, was ein “Machiya-Café” ist?

In Kyoto gibt es viele alte Bürgerhäuser oder Machiya, die über 100 Jahre alt sind. Und einige Häuser oder Machiya sind als Cafés wieder aufgebaut worden. Diese Häuser nennt man “Machiya-Café”. In den Cafés kann man in angenehmer Atmosphäre Kuchen essen und Tee oder Kaffee trinken, als ob man dort selbst zu Hause wäre. Dort ist es sehr ruhig und entspannend. In vielen der Cafés gibt es alte japanische Möbel, die in der Vergangenheit tatsächlich benutzt wurden, und interessante Bücher oder Zeitschriften. Deshalb bleibt man oft lange Zeit im Café, ohne es zu merken. In Gokōmachi-Sanjō gibt es auch ein umgebautes Café, das jetzt 120 Jahre alt ist und eigentlich ein Hotel war. In dem Café gibt es altmodische Stühle und Tische. Im Erdgeschoss ist ein Café und im ersten Stock ist ein Hotel, deshalb kann man dort auch übernachten. Auf der Speisekarte sind viele Gerichte mit saisonalem Gemüse oder Fleisch, und man genießt das Essen. Das Machiya, das Kyotoer Gebäude aus alten Zeiten, wird immer noch als Café von vielen Leuten geliebt.   Wir haben einmal das Machiya-Café “Umezono CAFÉ & GALLERY“ besucht, das an der Takoyakushi-Straße ist. Das Innere des Cafés ist im westlichen Stil renoviert, aber teilweise ist auch noch der alte Stil der Machiya erhalten geblieben. Deshalb kann man dort eine schöne Mischung aus Japanischem und Westlichem erleben. Wir haben zwei Gerichte bestellt, einen Pfannkuchen, der nach Grüntee aus Uji (eine Stadt bei Kyoto) schmeckt, und Mitarashi-Knödel mit süßer Sojasoße. Beides war sehr lecker und wir waren damit ganz zufrieden. Ein Kellner hat gesagt, dass viele Gäste sich über den Garten freuen, der eine Besonderheit des Machiya-Cafés ist, und den es in normalen Cafés nicht gibt. Wer in einem historischen Gebäude in Kyoto japanisches Essen genießen möchte, dem sei ein Besuch im Machiya-Café wärmstens empfohlen.

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※Wussten Sie das?

„町屋“ (machiya) bedeutet „Geschäft“, aber „町家“ (chouka) bedeutet „Haus“.

 

Verkehrsverbindung

Hankyu-Karasuma oder U-Bahn-Station Shijo

Wegbeschreibung

Vom Ausgang Nr. 22 nach links und geradeaus bis zur 2. Straße (Takoyakushi-dori), dort links und dann geradeaus bis zum Café. Es dauert ca.15 min zu Fuß.

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