Sakamoto Ryôma

April 26, 2010

by Ayumi Nakajima
Eng mit der Geschichte Kyôtos verbunden ist der berühmte Samurai Sakamoto Ryôma, dessen Geschichte in Japan zurzeit sehr populär ist. Viele Schauplätze seines Lebens lassen sich in Kyôto besichtigen.

Sakamoto Ryôma und Nakaoka Shintarô im Maruyama Park

Sakamoto Ryôma wurde in der Edo-Zeit, im Jahre 1836 in Tosa (Kôchi) geboren. Er wohnte mit seinen Eltern, seinem Bruder und seinen drei älteren Schwestern zusammen. Seine Mutter, die er sehr geliebt hatte, starb, als Ryôma 28 Jahre alt war.
Mit 12 Jahren begann er Kendo zu lernen und ging 5 Jahre darauf nach Edo (dem heutigen Tôkyô), um sein Können dort zu vertiefen.
Am 3. Juni 1853 wurde Ryôma dort Zeuge der Ankunft der „Schwarzen Schiffe“ Commander Perrys, welche die westliche Zivilisation nach Japan brachten. Der Anblick ließ ihn viel über die Zukunft Japans nachdenken.
Im Jahre 1862 begann Ryôma ein Dasein als Rônin, also als herrenloser Samurai. Ein Rônin zu sein bedeutete, dass man seine Heimatprovinz ohne Erlaubnis verlassen hatte. Dies wurde als schweres Verbrechen angesehen, doch in Tosa konnte er seine Träume nicht verwirklichen.

Schließlich traf Ryôma in Edo Katsu Kaishû, der nicht an Fremdenhass glaubte, sondern an die Öffnung des Landes zum Westen.
Ryôma wurde sein ergebener Schüler. Zum Dank erbat Kaishû bei Ryômas Lehnsherrn die Begnadigung seines Verbrechens.
Im Jahre 1864 lernte Ryôma in Kyôto seine spätere Frau Narasaki Ryô kennen, deren Namenskanji das selbe wie in Ryômas Namen war. Ein Jahr nach ihrer Heirat gründete Ryôma in Kyôto die erste moderne Übersee-Handelsfirma Japans, die “Kameyama-Shachû“.

Neben seinen geschäftlichen Tätigkeiten plante Ryôma ein provinzübergreifendes Bündnis zum Sturz des Shôguns. Aus diesem Grunde wurde er 1866 im Kyôtoer Stadteil Fushimi in einem Gasthaus namens „Teradaya“ von der shogunatstreuen Polizei gestellt. Seine Frau Ryô, die im Teradaya angestellt war, verhalf dem verletzten Ryôma zur Flucht. Diese Begebenheit ist als „Teradaya-Vorfall“ in die Geschichte Japans eingegangen. Ryôma und Ryô reisten nach Satsuma, bis es Ryôma wieder besser ging. Sie besuchten viele heiße Quellen und gelangten bis nach Kagoshima. Ihre Reise wurde als erste Hochzeitsreise in Japan bekannt. Das auf diese Weise berühmt gewordene „Teradaya“ kann auch heute noch besichtigt werden. (Abgesehen von den Neujahrsfeiertagen täglich geöffnet von 10.00 – 15.40, Eintritt 400 Yen, 6 Gehminuten ab Haltestelle Chûshojima, Buslinien 19 oder 81 bis „Kyôbashi“).

Während Ryôma mit seiner seit 1867 in „Kaientai“ umbenannten Firma wirtschaftlichen Erfolg hatte, sorgten seine politischen Verstrickungen dafür, dass das Shogunat dem Tenno die politische Macht zurückgeben musste. An dieser bedeutenden geschichtlichen Entwicklung war Ryôma maßgeblich beteiligt.

Das Haus von Ryômas ehemaliger Firma “Kaientai”

Das Firmenschild des heutigen Inhabers

Doch die Rache für seine Einflussnahme ließ nicht lange auf sich warten. Einen Monat später, am 15. November 1867 wurde Ryôma im Kyôtoer Kawaramachi-Viertel von einigen Männern überfallen, als er dort mit seinem Firmenpartner Nakaoka Shintarô in einem Zimmer der Sojahandlung „Ômiya“ saß. Ryôma, der an diesem Tag Geburtstag hatte, wurde getötet, sein Freund starb zwei Tage später an seinen Verletzungen. Diese Begebenheit wurde als „Ômiya-Vorfall“ bekannt. Die Identität seiner Mörder wurde nie festgestellt.
Ryôma wurde Seite an Seite mit Nakaoka Shintarô begraben. Sein Grab kann im Kyôto-gokoku-Schrein besichtigt werden.

Gedenkstein und Gedenktafel für den Ort, an dem sich das “Ômiya” befand.

Vergrößerte Gedenktafel

Das Andenken Ryômas, der stets an die Zukunft seines Landes und an seine eigene Vaterlandspflicht dachte, wird auch heute noch hoch geschätzt. In diesem Jahr bildet seine Geschichte das Thema einer sehr populären NHK Historienserie.

Ryômas Grab

Leave A Comment...

*