Wildgerichte aus Kyoto

February 3, 2015

Wildgerichte aus Kyoto

von Saya Ohnishi

„Wild“ oder „Gibier“ nennt man das Fleisch vom Wildtier, das gejagt wurde. Zu typischem Wild gehören Wachtel, Fasan, Wildente, Hase, Wildschwein und Hirsch usw.

Die Geschichte der Jagd in Europa ist sehr lang und besonders in Frankreich wird das Wildfleisch traditionell gegessen. Auch Japan hat eine Jagdkultur, und so isst man bis heute das Wildfleisch.

Das Wildfleisch in Europa schmeckt am besten im Herbst, weil dann die Wildtiere Fett ansetzen, um den Winter zu überleben. In Japan macht man im Herbst und Winter die Jagd auf Wildtiere. Allerdings gibt es einige Gebiete, wo auch im Sommer Tiere gejagt und gegessen werden können. Also kann man sagen, dass in Japan das ganze Jahr über verschiedene Wildfleischsorten gegessen werden. Denn der Geschmack des Fleisches verändert sich je nachdem, wann und wo die Tiere gejagt werden, was die Tiere aßen und wie alt die Tiere waren usw.

Die Japaner wussten schon immer das Wild als Geschenk des Waldgottes zu schätzen. Als der Buddhismus nach Japan kam, wurde verboten, das Fleisch zu essen. Wildtiere wurden jedoch heimlich gegessen, weil der Buddhismus damals nicht das ganze gemeine Volk beherrschte und man das Wild für Segen und Quelle des Proteins hielt. Heute findet das Wildfleisch Beachtung, weil das Fleisch fettarm, proteinreich und mineralreich ist, also gesünder als die anderen Fleischsorten.

In Kyoto gibt es viele Restaurants, wo Wildgerichte serviert werden. Besonders typisch in Kyoto ist „Botan-Nabe“, ein Gericht, bei dem Wildschwein verwendet wird. „Botan“ heißt auf deutsch Pfingstrose. Warum braucht man für ein Gericht den Namen einer Blume? Weil die Scheiben des Fleisches auf den Teller so ineinander gelegt werden, als ob dort eine Pfingstrose blühen würde.

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In letzter Zeit wird die Zahl der Wildtiere immer größer, was zu einem ernsten Problem für Land- und Forstwirtschaft und auch für die Umwelt wird. Die Tiere fressen die Ernte und verwüsten die Felder. Daher plant man überall in Japan Projekte, um Hirsche und Wildschweine als Schädlinge zu jagen und dann zu essen. An diesem Projekt nimmt Kyoto auch teil. Wildtiere zu essen ist nicht nur eine Kultur, sondern  führt auch zum Naturschutz.

 

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