Rudolf Lehmann – Der Urahn der Deutscherziehung in Kyoto

September 14, 2019

Von Yoshimasa Mima

Viele deutschsprachige Touristen machen eine Rundreise in Kyoto. Aber niemand bemerkt das Verhältnis zwischen Deutsch und Kyoto. Deshalb soll an dieser Stelle der Urahn der Deutscherziehung in Kyoto, Rudolf Lehmann vorgestellt werden.

Rudolf Lehmann wurde am 15. Oktober 1842 in Oldenburg, Deutschland geboren. Er studierte Bauingenieurwesen an der Technischen Hochschule in Karlsruhe. Nach seinem Schulabschluss ging er nach Rotterdam, um seinen älteren Bruder zu treffen. 1869 ging er allein nach Osaka, um bei der Firma seines Bruders, Lehmann Hartmann & Co. Ltd zu arbeiten.

Eine Schule für westliche Studien (Yogaku-sho, Ort: Kawaramachi Nijo Sagaru)

Im Jahre Meiji 3 (1870) eröffnete die  Präfekturregierung in Kyoto eine Schule für westliche Studien. Rudolf Lehmann kam damals nach Kyoto, um junge Japaner in der deutschen Sprache zu unterrichten. Das war der Beginn der Deutscherziehung in Kyoto.

Die Deutsche Schule (Doitsu Gakko, Ort: heute Ehemaliges Hauptamt Kyoto)

3 Jahre später (1873) zog die Schule um und änderte ihren Namen um in „Deutsche Schule“. Lehmann unterrichtete auf Deutsch die deutsche Sprache, Naturwissenschaften, Naturgeschichte, Mathematik, Geschichte und Geographie. Die Schule bot einen dreijährigen Vorbereitungskurs und einen dreijährigen Hauptkurs an.

1887 heiratete er die Japanerin Ben Honda. Das Paar hatte fünf Söhne und eine Tochter. Er bestimmte seinen zweitältesten Sohn zu seinem Nachfolger. Die anderen Kinder wohnten in seiner Heimat Deutschland.

Die Regierung musste für die Schule viel Geld aufwenden. 1881 wurden alle Kurse auf Japanisch durchgeführt. Im nächsten Jahr zog Lehmann mit seiner Familie nach Tokyo um, wo er an der Fremdsprachenhochschule arbeitete. Ab 1884 arbeitet er bei Vorbereitungskursen der Universität Tokyo.

Private Deutsche Schule in Kyoto (Shiritsu Doitsu Gakko, Ort: Kawaramachi Sanjo Agaru)

Seine ehemaligen Schüler gründeten in Kyoto die Lehmann-Gesellschaft. Zum Andenken eröffnete die Gesellschaft die „Private Deutsche Schule Kyoto“. Später hatte die Schule einen Pharmazeutischen Kurs, aus dem die heutige Kyoto Pharmazeutische Universität hervorging. Sie feierte im Jahre 2015 ihr 130-jähriges Jubiläum. (Ort: Kyoto-shi Yamashina-ku)

Rudolph Lehmanns Tod und Ruhestätte

Lehmann verstarb am 4. Februar 1914. Er wurde auf dem Zoshigaya-Friedhof in Tokyo bestattet. Forscher entdeckten das Grab, das unter dichten Bäumen verborgen war, erst später wieder. Das Familiengrab wird heute von der Pharmazeutischen Universität Kyoto verwaltet.

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