Bunte Süßigkeiten: Konpeitô

February 8, 2017

von Rin Sakai und Moe Murakami

Konpeitô, eine Süßigkeit aus Japan

Haben Sie schon einmal von einer Süßigkeit namens „Konpeitô“ gehört?

Die Konpeitô sind im Jahr 1546 von Portugal nach Japan gekommen. Sie werden aus Zucker und parfümiertem Wasser hergestellt. Da es sie in verschiedenen Farben gibt, ist allein schon der Anblick eine Freude. Die Bezeichnung Konpeitô kommt von dem portugiesischen confeito ( „Zuckerwaren“) und wird auf Japanisch wie Konpeitô ausgesprochen.

In Hyakumanben im Osten von Kyoto gibt es ein Fachgeschäft für Konpeitô namens „Ryokujuan-shimizu“. Es ist das einzige Fachgeschäft für Konpeitô in Japan. Seit seiner Gründung im Jahr 1847 hat es verschiedene Preise erhalten.

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Das Geschäft von der Seite

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Das Ladenschild

 

Es gibt dort Konpeitô in vielen Geschmacksrichtungen und das Aussehen der Bonbons ist sehr niedlich. Jeden Monat werden neue Geschmacksrichtungen verkauft, z.B. Schokolade, Zitrone, Banane, Erdbeere oder auch Pflaumenwein.

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Banane und Schwarzzucker

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Die Empfehlungen des Tages

Man kann die saisonalen Konpeitô dort auch probieren. Deshalb macht jeder Besuch dort von Neuem Spaß.

Außerdem kann man spezielle Konpeitô als Glückwunschgeschenk zu Anlässen wie der Geburt eines Babys oder zu einer bestandenen Prüfung kaufen. Doch man sollte rechtzeitig vorbestellen, denn es kann sein, dass Konpeitô, die aus Pflaumenwein oder Weinbrand hergestellt werden, über ein Jahr im Voraus ausverkauft sind.

Für Konpeitô gibt es kein Rezept. Man lernt die Zubereitung mit seinen fünf Sinnen, zum Beispiel durch Klima und Wetter, oder durch die Temperatur und den Klang des Kessels. Diese untersucht man gründlich. Man sagt, dass es 20 Jahre braucht, um aus Zucker Konpeitô herstellen zu können. In diesem Geschäft kann man einen Geschmack genießen, der eine lange Tradition in sich trägt. Die Konpeitô halten sich gut, wenn man sie in einem Behälter mit verschließbarem Deckel aufbewahrt.

 

Das Ryokujuan-shimizu ist von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass die Waren am Abend ausverkauft sind. Daher wird ein früher Besuch empfohlen.

Ruhetag: Mittwoch und der vierte Dienstag des Monats.

Anfahrt:

1. Mit der Keihan-Bahn nach Demachiyanagi

2. Mit dem Bus Nr. 17 von der Bushaltestelle am Bahnhof Kyoto nach Hyakumanben

3. Mit dem Bus 206 nach Hyakumanben

 

Adresse: 38-2, Yoshida Izumidono-cho, Sakyo-ku, Kyoto-shi, Kyoto, Japan 606-8301

Telefonnummer: 075-771-0755

URL: http://www.konpeito.co.jp/

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Das Geschäft von vorn

Candy Show Time

Mao Okada, Naomi Shirai

Ein außergewöhnlicher Bonbon-Laden

Kennen Sie „Kintarô-Bonbons“? Das sind Stücke aus einer länglichen Bonbonrolle, die überall das gleiche Bild zeigt, egal wo man sie durchschneidet. Kintarô ist der Name einer Figur aus einem japanischen Märchen. Der förmliche Name ist kumiame  (Knetbonbon). Das ist ein Verfahren zur Herstellung von Bonbons.

 

das Schild

Das Schild des Bonbon-Ladens

In letzter Zeit gibt es Bonbonrollen mit Kirschmuster und anderen Bildern, mit Comicfiguren oder Schriftzeichen. Aber alle werden Kintarô-Bonbons genannt, auch wenn sie nicht die Kintarô-Figur zeigen.

Bevor die Bonbonmasse in die Länge gezogen wird, hat sie einen Durchmesser von 35 cm, eine Länge von 70 cm und ein Gewicht von 40 – 50 Kilo. Das ergibt bei einem Produkt von ca. 2 cm Durchmesser eine Länge von etwa 250 Metern und etwa 7000 Bonbons.

Zur Herstellung wird Sirup mit Zucker in einen Kessel gegeben, verrührt und eingedickt. Dann kühlt man die heiße Bonbonmasse auf 60 Grad ab und knetet sie mit der Maschine. Man färbt die Masse ein und teilt sie in die verschiedenen Teile des Gesichts auf. Man legt die Teile aufeinander und macht daraus das Gesicht. Die Reihenfolge ist Kinn, Mund, Backen, Hände, Augen, Augenbrauen und Stirn.

das Verfahren 1

Schritt 1 der Herstellung

 

das Verfahren 2

Schritt 2

das Verfahren 3

Schritt 3

das Verfahren 4

Schritt 4

das Verfahren 5

Schritt 5

das Verfahren 6

Schritt 6

 

das Verfahren 7

Fertige Bonbons

Im Candy Show Time kann man aus nächster Nähe besichtigen, wie Zuckerbäcker die Bonbons herstellen. Man kann auch frisch produzierte Bonbons gleich probieren. Außerdem gibt es gibt dort Ohrringe, Schlüsselanhänger und Haarspangen zu kaufen, die wie Bonbons aussehen. Sie kosten etwa 1000 – 2000 Yen. Im oberen Stockwerk befindet sich ein Café, in dem man Kaffee trinken und Süßigkeiten essen kann.

Der Schmuck aussieht wie den Bonbon.

Bonbon-Schmuck

 

Öffnungszeiten : 10:00-20:00 Uhr

1F Candy Show Time 075-532-2055

2F Candy Show Time Café 075-532-2066

 

Adresse : 573-5 Minamigawa, Gion-cho, Higashiyama-ku, Kyoto 605-0074

Anfahrt : ① 30 Minuten mit der Buslinie 17 vom JR-Bahnhof Kyoto bis Shijo-Kawaramachi

② 10 Minuten Fußweg  von der Haltestelle Shijo-Kawaramachi

 

URL : http://candy-showtime.com/

 

Gespensterlutscher aus Kyoto

Gespensterlutscher aus Kyoto

von Seiran Nagao

Einer alten Legende zufolge starb im Jahre 1599 in der Nähe des Kiyomizu-Tempels eine Schwangere, die in Toribeyama begraben wurde. In der Folgezeit tauchte in einem Bonbongeschäft in Toribeyama jede Nacht eine Frau auf, um Bonbons zu kaufen. Als der Geschäftsinhaber des Ladens ihr eines Abends folgte, verschwand die Frau in dem Friedhof in Toribeyama und unter einem Grab hervor hörte er das Schreien eines Babys. Es war das Grab der Schwangeren. Der Geschäftsinhaber hob das Grab aus und entdeckte ein schreiendes Baby mit einem Lutscher im Mund. Nachdem der Mann das Baby aus dem Grab befreit hatte, kam die Frau nicht mehr zum Bonbongeschäft. Offenbar war es der Geist der Mutter gewesen, der Bonbons für das Baby eingekauft hatte. Die Bonbons des Ladens wurden als „Gespensterbonbons“ bekannt.

Gespensterbonbons

Gespensterbonbons

Gespensterbonbons

Die damaligen Bonbons waren aus einer Zuckermasse hergestellt, die nach Art eines Lutschers um ein Stäbchen gewickelt verkauft wurde. Heute werden die Gespensterbonbons aus Malzzucker und Süßstoff gemacht. Sie sind von zarter Bernsteinfarbe und schmecken nicht zu süß. Große Packung: 500 Yen Kleine Packung: 300 Yen

 

 

Die Legende der Gespensterbonbons als Vorlage für einen Comic

Der von Mizuki Shigeru gezeichnete Comic „Gegege no Kitaro“, der in Japan sehr bekannt ist, entstand nach der Legende des Bonbonladens. Hakaba Kitarō, der Held des Comics, wird aus dem toten Leib seiner Mutter geboren, nachdem diese begraben wurde. Sein Familienname Hakaba bedeutet „Friedhof“.

 

Der Bonbonladen (Minatoya Yūrei Kosodate Ame Hompo)

Bonbonladen

Bonbonladen

 

im Laden

im Laden

 

Adresse:
Rokurocho 80-1
Higashiyama-ku Kyoto

 

Wegbeschreibung:
Man steigt am Hauptbahnhof (Kyoto-eki) in die Buslinie 206 oder 100 und fährt in Fahrtrichtung Hyakumanben bis zur Haltestelle „Kiyomizumichi“.

Öffnungszeiten:
10:00-16:00

Ruhetag:
Montag