Shin-En-Garten im Heian-Schrein

April 18, 2006

by Fumi Abe

Ein kleiner Rundweg durch den Garten des Heian-Schreins

Wenn Sie zum Heian-Schrein kommen, sollten Sie auch in den Shin-En- Garten hinter dem Schrein gehen. Der Eintritt kostet 600 Yen. Der Garten hat vier Teile, den Süd-Garten, den West-Garten, den Mittel-Garten und den Ost-Garten. Auf einem Rundweg kann man einen Spaziergeng durch alle Gärten machen.

Zuerst kommt der Süd-Garten (Minami-Shin-En). Da sehen Sie einen Straßenbahnwagen. Warum gibt es hier einen Straßenbahnwagen?In dem Jahr, als der Heian-Schrein gebaut wurde, wurde in Kyoto auch die erste Straßenbahn des Landes in Betrieb genommen. Zur Erinnerung daran wurde der historische Straßenbahnwagen hier aufgestellt. Nebenbei bemerkt, es ist ein in Deutschland produzierter Wagen!


Danach kommt der West-Garten (Nishi-Shin-En). Da gibt es einen kleinen Teich. Im Sommer blühen viele Kalmusse hier und zum Beginn des Herbstes blühen Wasserlilien. Es gibt auch ein Teezeremonie-Haus (Chō-Shin-Tei). Da findet am zweiten Samstag jedes Monats eine Teezeremonie statt (außer August). Man kann ohne Reservierung daran
teilnehmen. Es kostet 600 Yen.

Dann kommt der Mittel-Garten (Naka-Shin-En). Dort gibt es auch einen Teich und durch den Teich führt ein Steinpfad. Wenn Sie auf den Steinen den Teich überqueren, können Sie auf der Wasserfläche gespiegelt den Himmel, die Wolken und sich selbst sehen. Wenn schönes Wetter ist, scheint es, als ob es da eine andere Welt gäbe.

Zuletzt kommt der Ost-Garten (Higashi-Shin-En). Sie sind sicher schon müde. Machen Sie doch eine kleine Pause auf der Taiheikaku-Brücke! Dort können Sie sitzen und die schöne Ansicht genießen. Im Teich schwimmen Schildkröten und Karpfen.


Dann gibt es noch eine kleine Merkwürdigkeit, wenn Sie aus dem Garten kommen: Vor dem Schrein ist eine Straße, Sie heißt „Reisen dori (Straße)“. Aber das ist nicht das deutsche Wort für „Travel“, es bedeutet auf Japanisch nur „kalte Quelle“. Man spricht es korrekt „Re-isen dori“. Aber es ist doch irgendwie nett, wenn man ein so vertraut wirkendes Wort im exotischen Japan geschrieben findet, oder?

Heian-Schrein

by TSUDUKI Rina

Heian-Schrein

Im Jahre 794 verlegte der Kaiser Kanmu
die Hauptstadt von Nara nach Kyoto, und
nannte sie „Heian-Kyo“. Der Schrein wurde
im Jahre 1895 zum Andenken an den 1100.
Jahrestag gebaut. Der Schrein ist den Seelen
der Kaiser Kanmu und Komei geweiht. Der
Kaiser Kanmu baute die Hauptstadt
„Heian-Kyo“ und der Kaiser Komei ist der letzte Kaiser, der in Kyoto wohnte. Außerdem gibt es im Schrein einen großen heiligen Garten, den „Shinen

- Warum ist das Torii so weit vom Schrein entfernt? -

Die Entfernung zwischen dem Torii und dem Haupttor wirkt seltsam. Das Torii ist für jeden Schrein ein unentbehrliches Element. Das Torii bezeichnet einen Eingang zur heiligen Welt (Schreinbezirk). Aber das Torii des Heian-Schreins steht mitten auf einer öffentlichen Straße.

Ist die Straße heilig, die zwischen dem Torii und dem Schrein liegt? So ist es nicht. Auch der Platz gehörte bis zum Zweiten Weltkrieg zum Schrein. Aber zum Beginn des Krieges machte der Schrein der Regierung mit dem Platz ein Geschenk. Darauf wurde die Straße gebaut.

- Tiger und Drache -

Am Eingang des Schreinbezirks gibt es rechts und links ein Becken, an dem man sich vor dem Gebet den Mund und die Hände spült um die Seele zu reinigen. Auf jedem Becken steht eine Figur aus Stein, auf dem westlichen steht ein Tiger, auf dem östlichen ein Drache. Die Tiere sind nach altchinesischem Glauben Schutzgötter für je eine Himmelsrichtung.

Tiger

Drache

Norden - schwarze Schildkröte
Süden - roter Spatz
Osten - blauer Drache
Westen - weißer Tiger

- Hochzeit im Schrein -

Man kann im „Kaguraden“ Hochzeit feiern. „Kagura“ bedeutet „die Musik, die Göttern dargebracht wird“. Bei einer Hochzeit im Schrein wird diese Musik intoniert. Manchmal sieht man in der Nähe vom Ausgang des heiligen Gartens Hochzeitsgesellschaften.

Eine Hochzeit

- Drei Gebäude -

„Der Daigokuden“, der Hauptbau im Schrein, besteht aus drei Gebäuden: Der Gaihaiden steht allen Besuchern offen. Die übliche Andacht besteht aus 3 Teilen, auf Japanisch „Nirei, Nihaku, Ichirei“ - „zwei Verbeugungen, zwei mal Klatschen, eine Verbeugung“
Bedeutung:
zwei Verbeugungen: Dank an die Götter
zwei mal Klatschen: Die eigene Existenz den Göttern kundtun
eine Verbeugung: Die Bitte für künftige Wünsche

„Mit den Wölfen muss man heulen“. Komm, machen wir „Nirei, Nihaku, Ichirei“!

Naihaiden → Man kann nur eintreten, wenn man die Götter anruft.
Gohonden → Nur Schinto-Priester können eintreten. Dies ist der heiligste Bau, weil er den Seelen von Kaiser Kanmu und Kaiser Komei geweiht ist.

- Lasst uns Sake mit Bier vergleichen!-

Im Heian-Schrein stehen ein Kirschbaum und ein
Tachibana-Baum (eine Art Mandarine), von dem
man jedes Jahr 100 kg Früchte erntet. Daraus
werden Süßigkeiten (Waffelkuchen mit Marmelade und Gelee) und Sake gemacht. Diese Waren kann man nur am Kiosk im Schrein kaufen, deshalb sind sie etwas ganz Besonderes. Der Tachibana-Sake ist wie ein süßer Wein. Außerdem hält man im Osten die Früchte für Ambrosia. Probieren Sie mal.

- Eine andere Welt? -

Der Heian-Schrein liegt an der Straße, aber man kann eine heilige Ruhe erleben, wenn man in den Garten „Schinen“ eintritt. Zu jeder Jahreszeit sieht der Garten anders aus. Es gibt Tiere und Pflanzen, ein Paradies. Eine Brücke (Taiheikaku) führt über einen großen Teich und lädt dazu ein zu verweilen und die Geschöpfe im Teich zu betrachten.

So kommt man zumHeian-Schrein Vom Kyotobahnhofmit dem Bus Richtung Gion Nr. 206mit dem Bus Richtung Iwakura oder Ginkakuji-Tempel Nr. 5

und zu Fuß ca. 3 Minuten

※Steigen Sie aus an der Haltestelle „Kyoto-Kaikan Bijutsukan

mae” (Vor der Kunsthalle Kyoto)

Öffnungszeiten 6:00 – 18:00 Uhr
Ruhetag Nur am 22. Oktober am Nachmittag(Wegen eines großen Festes)
Eintrittsgebühr Kostenlos (der Eintritt zum Schinen kostet 600 Yen)