Der Tōji-in Tempel

June 26, 2013

Der Tōji-in Tempel

von Seiran Nagao

Tojiin Tempeltor

Tojiin Tempeltor

Der Tōji-in Tempel steht im Nordwesten der Stadt Kyoto. Vom JR-Kyoto-Bahnhof aus nimmt man die JR-Sagano-Linie bis Saga-Arashiyama und geht dann zum Randen-Arashiyama-Bahnhof. Man nimmt die Randen-Kitano-Linie und steigt an der Station Toji-in  aus. Wenn man von dort aus 10 Minuten nach Norden läuft, sieht man das Tor des Tōji-in. Der Tōji-in Tempel steht in einem ruhigen Wohnviertel. Man kann sich den Tempel samt Garten ganz in Ruhe ansehen.

 

Die Geschichte des Tempels

Im Jahre 1341 errichtete Ashikaga Takauji (1305-1358) den buddhistischen Tempel unter dem Namen Kita-Tojiji. Ashikaga Takauji war der Großvater von Ashikaga Yoshimitsu, der den Kinkakuji-Tempel errichtete. Er war einer derjenigen, die das Kamakura-Shognat stürzten und war ersten Muromachi-Shōgun. Als Takauji im Jahre 1358 starb, wurde sein Grab im Kita-Tojiji errichtet. Nach dem Totennamen von Takauji  erhielt der Tempel den neuen Namen Toji-in. Der Toji-in-Tempel brannte bereits dreimal nieder. Das jetzige Gebäude wurde im Jahre 1616 aus dem Myōshinji-Tempel rekonstruiert.

Reikō-den und der Garten

Terrasse

Terrasse

Tempelgarten

Tempelgarten

In der  Reiko-den sind Figuren der Muromachi-Shōgune und eine Figur des ersten Edo-Shōguns Tokugawa Ieyasu (1543-1616) an der linken und rechten Wand aufgestellt. Ganz hinten in der Halle steht in der Mitte eine Jizō-Bosatsu Figur; zur Linken der Daruma-Taishi, der den Zen-Buddhismus begründete, und zur Rechten eine Figur von Musō Soseki. Musō Soseki (1275-1351) war ein Priester, der viele buddhistische Tempel und Gärten in ganz Japan erbaute, wie zum Beispiel den Tōji-in Tempel, den Kokedera (Saihō-ji Tempel) und Tenryū-ji Tempel. In der Mitte des Gartens, steht das Grab von Ashikaga Takauji. Der Teezeremonieraum Seirentei steht an der Nordseite des Gartens. An der Rezeption kann man für 500 Yen Matcha und eine Süßigkeit bestellen. Man kann diese im Tatami-Zimmer mit Blick auf den Garten genießen. Besonders von der linken Seite des Zimmers aus kann man den Garten wie ein Bild in einem Rahmen sehen.

Blick auf den Garten

Blick auf den Garten

 

 

Matcha und Konfekt

Matcha und Konfekt

 

Adresse:
To-jiinkita-machi 63
Kita-ku Kyoto

Landkarte:

Öffnungszeiten:
9:00 – 17:00

Eintrittsgebühr:
500 Yen

 

Sakamoto Ryôma

by Ayumi Nakajima
Eng mit der Geschichte Kyôtos verbunden ist der berühmte Samurai Sakamoto Ryôma, dessen Geschichte in Japan zurzeit sehr populär ist. Viele Schauplätze seines Lebens lassen sich in Kyôto besichtigen.

Sakamoto Ryôma und Nakaoka Shintarô im Maruyama Park

Sakamoto Ryôma wurde in der Edo-Zeit, im Jahre 1836 in Tosa (Kôchi) geboren. Er wohnte mit seinen Eltern, seinem Bruder und seinen drei älteren Schwestern zusammen. Seine Mutter, die er sehr geliebt hatte, starb, als Ryôma 28 Jahre alt war.
Mit 12 Jahren begann er Kendo zu lernen und ging 5 Jahre darauf nach Edo (dem heutigen Tôkyô), um sein Können dort zu vertiefen.
Am 3. Juni 1853 wurde Ryôma dort Zeuge der Ankunft der „Schwarzen Schiffe“ Commander Perrys, welche die westliche Zivilisation nach Japan brachten. Der Anblick ließ ihn viel über die Zukunft Japans nachdenken.
Im Jahre 1862 begann Ryôma ein Dasein als Rônin, also als herrenloser Samurai. Ein Rônin zu sein bedeutete, dass man seine Heimatprovinz ohne Erlaubnis verlassen hatte. Dies wurde als schweres Verbrechen angesehen, doch in Tosa konnte er seine Träume nicht verwirklichen.

Schließlich traf Ryôma in Edo Katsu Kaishû, der nicht an Fremdenhass glaubte, sondern an die Öffnung des Landes zum Westen.
Ryôma wurde sein ergebener Schüler. Zum Dank erbat Kaishû bei Ryômas Lehnsherrn die Begnadigung seines Verbrechens.
Im Jahre 1864 lernte Ryôma in Kyôto seine spätere Frau Narasaki Ryô kennen, deren Namenskanji das selbe wie in Ryômas Namen war. Ein Jahr nach ihrer Heirat gründete Ryôma in Kyôto die erste moderne Übersee-Handelsfirma Japans, die “Kameyama-Shachû“.

Neben seinen geschäftlichen Tätigkeiten plante Ryôma ein provinzübergreifendes Bündnis zum Sturz des Shôguns. Aus diesem Grunde wurde er 1866 im Kyôtoer Stadteil Fushimi in einem Gasthaus namens „Teradaya“ von der shogunatstreuen Polizei gestellt. Seine Frau Ryô, die im Teradaya angestellt war, verhalf dem verletzten Ryôma zur Flucht. Diese Begebenheit ist als „Teradaya-Vorfall“ in die Geschichte Japans eingegangen. Ryôma und Ryô reisten nach Satsuma, bis es Ryôma wieder besser ging. Sie besuchten viele heiße Quellen und gelangten bis nach Kagoshima. Ihre Reise wurde als erste Hochzeitsreise in Japan bekannt. Das auf diese Weise berühmt gewordene „Teradaya“ kann auch heute noch besichtigt werden. (Abgesehen von den Neujahrsfeiertagen täglich geöffnet von 10.00 – 15.40, Eintritt 400 Yen, 6 Gehminuten ab Haltestelle Chûshojima, Buslinien 19 oder 81 bis „Kyôbashi“).

Während Ryôma mit seiner seit 1867 in „Kaientai“ umbenannten Firma wirtschaftlichen Erfolg hatte, sorgten seine politischen Verstrickungen dafür, dass das Shogunat dem Tenno die politische Macht zurückgeben musste. An dieser bedeutenden geschichtlichen Entwicklung war Ryôma maßgeblich beteiligt.

Das Haus von Ryômas ehemaliger Firma “Kaientai”

Das Firmenschild des heutigen Inhabers

Doch die Rache für seine Einflussnahme ließ nicht lange auf sich warten. Einen Monat später, am 15. November 1867 wurde Ryôma im Kyôtoer Kawaramachi-Viertel von einigen Männern überfallen, als er dort mit seinem Firmenpartner Nakaoka Shintarô in einem Zimmer der Sojahandlung „Ômiya“ saß. Ryôma, der an diesem Tag Geburtstag hatte, wurde getötet, sein Freund starb zwei Tage später an seinen Verletzungen. Diese Begebenheit wurde als „Ômiya-Vorfall“ bekannt. Die Identität seiner Mörder wurde nie festgestellt.
Ryôma wurde Seite an Seite mit Nakaoka Shintarô begraben. Sein Grab kann im Kyôto-gokoku-Schrein besichtigt werden.

Gedenkstein und Gedenktafel für den Ort, an dem sich das “Ômiya” befand.

Vergrößerte Gedenktafel

Das Andenken Ryômas, der stets an die Zukunft seines Landes und an seine eigene Vaterlandspflicht dachte, wird auch heute noch hoch geschätzt. In diesem Jahr bildet seine Geschichte das Thema einer sehr populären NHK Historienserie.

Ryômas Grab

Die Samuraitruppe Shinsengumi

by Ayumi Nakajima

 

Die militärische Schutztruppe Shinsengumi

In Kyôto gibt es einen bekannten Tempel namens Mibudera (Mibu-Tempel). Seine Berühmtheit hängt eng mit den geschichtlichen Ereignissen um die berüchtigte Samuraitruppe Shinsengumi zusammen.

Die Shinsengumi war eine militärische Schutztruppe, die vor ungefähr 157 Jahren in Kyôto aktiv war. Sie bildete die Streitkraft des Shogunats, das in der Edo-Zeit in Japan mehr Macht besaß als der damalige Kaiser. Der Name Shinsengumi bedeutet: Neu gewählte Truppe.
Alle Mitglieder waren Männer, ungefähr 60 Leute an der Zahl, doch zeitweise umfasste die Miliz auch bis zu 300 Krieger.
Ihre Aufgabe war die Bekämpfung der Shogunatsfeinde. Zu Zeiten des Kampfes trugen sie hellblaue Kimonos. Ihre Waffen waren hauptsächlich Schwerter, Speere und Kanonen.

Die Miliz wurde im März 1863 in einem Dorf namens Mibu gebildet. Mibu befand sich damals am äußersten westlichen Stadtrand von Kyôto. Heute liegt Mibu mitten im Herzen Kyôtos, im Stadtteil Nakagyô-ku.
Im Mibu-Tempel trainierten die Samurai das Bedienen der Kanonen und andere kriegerische Künste. Sie wohnten in den Häusern der Samurai Yagi, Maekawa und Nambe. Alle drei Häuser lagen in dichter Nähe des Mibu-Tempels. Übrigens stehen die Häuser von Yagi und Maekawa noch heute dort.
Den Mibu-Tempel kann man täglich von 8:30~16:30 besichtigen. Es gibt dort die Gräber vieler Mitglieder der Truppe zu sehen (Eintritt 100 Yen) und Reiseandenken zu kaufen.
Der Mibu-Tempel

Das Haus Yagis kann man für 1000 Yen Eintritt besichtigen (täglich 9:00~17:00). Serizawa Kamo wurde 1863 hier ermordet.
Der Besuch von Maekawas Haus ist leider nicht möglich. Yamanami Keisuke beging dort 1865 Harakiri.
In der Shinsengumi gab es viele Pflichten. Und es gab viele berühmte Samurai:

Die Kommandanten

・Kondô Isami (近藤 勇)
・Serizawa Kamo (芹沢 鴨)

Der Vizekommandanten

・Hijikata Toshizô (土方 歳三)
・Yamanami Keisuke (山南 敬助)
・Niimi Nishiki (新見 錦)

Der Berater

Itô Kashitarô (伊東 甲子太郎)

Die Truppenkapitäne

  1.  Okita Sôji (沖田 総司)
  2.  Nagakura Shinpachi (永倉 新八)
  3.  Saitô Hajime (斎藤 一)
  4.  Matsubara Chûji (松原 忠司)
  5.  Takeda Kanryûsai (武田 観柳斎)
  6.  Inoue Genzaburô (井上 源三郎)
  7. Tani Sanjûrô (谷 三十郎)
  8.  Tôdô Heisuke (藤堂 平助)
  9.  Suzuki Mikisaburô (鈴木 三樹三郎)
  10.  Harada Sanosuke (原田 左之助)

Stätten der Erinnerung an die Shinsengumi

Auch heute noch gibt es in Kyôto viele Orte, die an die tapferen Kämpfer erinnern. Am Kôenji-Tempel (光縁寺) findet man die Gräber vieler Mitglieder der Truppe. Der Kôdaiji-Tempel (高台寺) diente einer Splittergruppe der Shinsengumi als Unterkunft. 15 Männer um Itô Kashitarô hatten sich einige Jahre nach der Gründung von der Truppe zurückgezogen und die Gruppe Kôdaijitô (高台寺党)“ gebildet. Am Honkôji-Tempel (本光寺) kann man die Stelle besichtigen, an der Itô Kashitarô ermordet wurde. Der Nishihonganji-Tempel (西本願寺) diente der Truppe vorübergehend als Unterkunft. An dem Shintoschrein Kyôto-ryôzengokoku-jinja (京都霊山護国神社) liegen die Gräber der Kriegsgefallenen des „Ikedaya-Zwischenfalls“ (池田屋事変), der als entscheidender Kampf der Shogunatsmiliz gegen die kaisertreuen Patrioten in die Geschichte eingegangen ist. Trotz der Übermacht der Feinde gelang es der Samuraitruppe zu gewinnen. Das Nijô-Schloss (二条城) wurde von der Shinsengumi bewacht. Im Ryôzen Museum (霊山歴史館) sind einige Dokumente über die Truppe ausgestellt.
Jugendlichen gesehen werden.
Der Kôenji-Tempel (光縁寺)
Der Kôdaiji-Tempel (高台寺)
Der Nishihonganji-Tempel (西本願寺)
Der Shintoschrein Kyôto-ryôzengokoku-jinja (京都霊山護国神社)
„Ikedaya-Zwischenfall“ (池田屋事変)
Das Nijô-Schloss (二条城)
Das Ryôzen Museum (霊山歴史館)

Durch zahlreiche Romane, Fernsehserien, Filme, Comics und Animesendungen, die sich mit der Shinsengumi beschäftigen, erfreut sich die Samuraitruppe bei den japanischen Jugendlichen beachtlicher Popularität. Das ist nicht erstaunlich in Japan, wo es traditionell zahlreiche historische Fernsehserien gibt, die viel von

Anfahrt zum Mibu-Tempel
Bus Linien 26 oder 28 bis „Mibuderamichi壬生寺道“
Hankyû Linie bis „Ômiya-eki(大宮駅)“