Nô-Theater in Kyoto

February 5, 2020

Von Kaoru ABE, Mika TAKARA, Mio ITADANI

Was ist Nô-Theater?

Vielleicht haben Sie schon einmal vom japanischen Nô-Theater gehört. Das Nô-Theater ist eine traditionelle Kunstform aus Japan, die als erstes UNESCO Weltkulturerbe des Landes anerkannt wurde. Die Bezeichnung stammt aus der Muromachi-Zeit (1338-1573) und die heutige Form des Theaters aus dem 14. Jahrhundert.

Nô und Kyôgen

Es gibt zwei Gattungen des Nô-Theaters: Nô und Kyôgen. Nô ist eine umfassende Kunst, die Tanz, Musik und Theater verbindet. Und ein Großteil der Geschichten sind abstrakt und tragisch. Die Lieder sind in altjapanischer Sprache und auch für Japaner schwer zu verstehen. Und es scheint sehr langweilig, weil es kaum Bewegung gibt. Die Schauspieler (insbesondere die Hauptfiguren) tragen Masken. Die Kyôgen-Schauspieler tragen keine Masken. Kyôgen handelt hauptsächlich von komischen Geschichten wie Satire und menschlichen Unzulänglichkeiten. Kyôgen ist lebendiger als Nô, weil sich die Schauspieler viel bewegen. Und weil die Sprache zwar alt, aber umgangssprachlich ist, ist es leichter zu verstehen als Nô.

Lasst uns zum Nô-Theater gehen!

Das Nô-Theater war mehrmals in Gefahr zu verschwinden. Während des Zweiten Weltkriegs brannten viele Nô-Bühnen nieder. Fünf hauptsächliche Gruppen, die bis dahin exklusiv gewesen waren, arbeiteten nun zusammen, um dem Nô-Theater eine Zukunft zu geben. Und es war erfolgreich. Die Leute, die sich am Nô-Theater beteiligen, bemühen sich auch heute immer noch, das Nô-Theater weiterzuführen.
In Kyoto wird seit 2005 jedes Jahr „Omoshiro Nôgaku Kan“ (Fun Nô Theatre) veranstaltet. Es findet im Kyoto Kanze Kaikan, der Nô-Bühne in Kyoto, statt und die Leute können dort viele Erfahrungen machen.
Zum Beispiel können die Besucher Instrumente spielen, die im Nô-Theater gespielt werden. Man kann auch Nô-Masken und Nô-Kleidung tragen. 2017 wurde „Momotaro“, eine sehr bekannte alte Geschichte Japans, als Nô-Theater aufgeführt. Auch Kinder interessierten sich für dieses Nô-Theater, weil die Geschichte leicht zu verstehen war.
Damit sich auch Nicht-Japaner für Nô interessieren, hat die Nô-Association eine Einführungsbroschüre erstellt, die in 10 Sprachen übersetzt wurde.

In Kyoto gibt es eine schöne Nô-Bühne. Es ist die älteste Holzbühne in Japan. Sie befindet sich im Nishi Honganji Tempel, aber dort im Tempel kann man leider keine Nô-Aufführungen sehen. Wenn man Nô-Aufführungen sehen möchte, kann man zur Kanze Hall gehen. Dort gibt es Eintrittskarten für Nô- Aufführungen und Informationen. Das ist eine gute Möglichkeit, das alte und schöne Kyoto zu genießen.

No “Hagoromo”

Kabuki -Minamiza-

Kabuki  Minamiza

von Rina Watanabe

-Kabuki-

Kennen Sie das Kabuki? Es ist ein traditionelles japanisches Theater. Im Jahr 1603, also während der Edo-Zeit, wurde das Kabuki von einer Frau, Izumo-no-Okuni, in Kyoto uraufgeführt. Es verbreitete sich sehr schnell im ganzen Land. Doch im Jahr 1629 verbot die Regierung der Edo-Zeit den Frauen, Kabuki zu spielen. Seit dem Verbot des Frauen-Kabuki treten bis heute nur Männer im Kabuki auf. Sie tragen Kimonos und tanzen zu traditioneller japanischer Musik. Die Kunstform des Kabuki wurde 2005 in die UNESCO-Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen und im Jahr 2008 als Immaterielles Weltkulturerbe anerkannt. In Japan gibt es insgesamt vier Kabuki-Theater: das Minamiza in Kyoto, das Kabukiza und das Shinbashi-Enbujo in Tokyo und das Shochikuza in Osaka.

-Kyoto Shijo Minamiza-

Das Kyoto Shijo Minamiza ist das älteste Kabuki-Theater in Japan. Man nennt es Kyoto Shijo Minamiza, weil es an der Südseite der Shijo-Straße in Kyoto liegt. Auf dem Weg zum Kiyomizu-Tempel oder Yasaka-Schrein kann man es sehen. Normalerweise sagen wir nur „Minamiza”. Früher gab es insgesamt sieben Kabuki-Theater in Kyoto. Wegen wiederholter Brände und eines Neubaus in Osaka im Jahr 1923 haben die anderen sechs Kabuki-Theater jedoch geschlossen. Deshalb ist das Minamiza das einzige Kabuki-Theater, das seit der Edo-Zeit existiert.

Im Jahr 1929 wurde das Gebäude des Minamiza ausgebaut und am 25. November 1929 fand die Eröffnungsfeier des neuen Minamiza statt. Jetzt gibt es dort 1078 Sitzplätze. Heutzutage finden dort nicht nur Kabuki-Aufführungen statt, sondern auch Theateraufführungen und Konzerte japanischer Volksmusik (enka). Hier gibt es japanische Tradition für alle Sinne. Viel Spaß in Kyoto!

-Information-

Adresse:

Ostseite der Shijō-ōhashi-Brücke, Higashiyama-ku, Kyoto City

Verkehrsanbindung:

3 Minuten Fußweg von der Station Kawaramachi (Hankyu Linie)

1 Minute Fußweg von der Station Gionshijo Ausgang Nummer 6 (Keihan Linie)

Foto: Shochiku (2013)

Internet Adresse: http://www.shochiku.com/